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Die Zukunft von iOS

10.01.2014 | 10:42 Uhr |

Apple arbeitet an seinem Betriebssystem iOS an vielen Baustellen gleichzeitig: Es bringt mehr Medien, mehr Informationen unter anderem in Hinblick auf Echtzeit und mehr Cloud-Dienste.

So sicher wie das nächste iPhone, stellt Apple auch iOS 8 vor – das große iOS-Update wird wie immer parallel mit dem neuen iPhone-Modell verfügbar sein. Während Voraussagen zu kommenden Technologien noch machbar sind, ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig im Dunkeln, welche Innovationen das nächste große iOS-Update bringen wird. Mit dem iPhone 5S hat Apple das erste iOS-Gerät mit einer 64-Bit-Architektur vorgestellt und die App-Entwickler aufgefordert, ihre Apps mit dem ebenfalls mit iOS 7 überarbeiteten Software Development Kit (SDK) fit für die neue Architektur zu machen.

iOS-Trends 2014

– iTunes Radio in Deutschland
– Weiterentwicklung von Touch-ID und Motion-Koprozessor
– Trend zu 64-Bit-Apps
– iOS 8 im Sommer


Sind Apps als 64-Bit-Version programmiert und sehr rechenintensiv, können sie am iPhone 5S mehr als doppelt so schnell arbeiten als am iPhone 5 – auch dank 64-Bit-Architektur. Allerdings bremsen parallel neben 64-Bit-Apps laufende 32-Bit-Apps das iPhone indirekt aus, da in dem Falle sowohl die 32-Bit- als auch die 64-Bit-Systembibliotheken von iOS geladen werden müssen. Es ist deshalb durchaus vorstellbar, dass Apple zukünftig beim iPhone 6 unter iOS 8 nur noch 64-Bit-Apps zulässt.

Wichtige Themen für 2014

iBeacon Apples Lokalisierungsfunktion für Innenräume und den Nahbereich hat bisher nur wenig Aufmerksamkeit erhalten. Dies wird sich 2014 ändern. iBeacon verwendet Bluetooth 4.0 als Träger und hat deutlich mehr Reichweite als der ewige Hoffnungsträger NFC, der bisher kaum an Bedeutung gewinnen konnte. Jetzt planen beispielsweise erste Geschäfte, Gutscheine mit iBeacon zu verteilen.

iTunes Radio Bereits angekündigt und in den USA schon im Betrieb. iTunes Radio wird 2014 sicherlich auch nach Deutschland kommen und Musikstreaming komfortabel in die Musik-App des iPhone bringen.

iCloud für Videos Was in Deutschland für Filme und Serien noch fehlt, sind automatische Downloads auf mehrere Geräte und einfaches Herunterladen früherer Käufe.

Fitness Erste Apps nutzen bereits den M7-Prozessor des iPhone 5S und viele weitere werden folgen. Apple macht es Apps einfach, Bewegungsdaten zu erhalten, und Entwickler werden dies zunehmend nutzen.

Das iPhone weiß alles über uns

Zwei bereits mit dem iPhone 5S und iOS 7 eingeführte Technologien werden unter iOS 8 einen weiteren Schub erfahren: Der M7-Koprozessor, der die Daten von Gyroskop, Kompass und Bewegungssensor verarbeitet, wird seine Dienste weiteren App-Lösungen zur Verfügung stellen. Mit Touch-ID lässt sich aktuell das iPhone 5S entsperren und in den Online-Stores von Apple einkaufen. Falls Apple die benötigten APIs in iOS 8 zur Verfügung stellt, könnte auch der Zugang zu solchen Apps, die eine Legitimation per Passwort erfordern, alternativ beziehungsweise zusätzlich über den Fingerabdruck erfolgen. Erste Eindrücke vom kommenden iOS 8 könnte Apple bereits im Sommer anlässlich der jährlichen Entwicklerkonferenz WWDC in Kalifornien vermitteln.

CPU 32-Bit vs. 64-Bit

Florian Albrecht gehört zum Entwicklerteam der deutschen Firma Elgato: „Eine 64-Bit-CPU bietet eine Registerbreite von 64 Bit, doppelt so breit, wie eine 32-Bit-Version. Register sind die Verarbeitungsspeicher in der CPU, die bei jedem Prozessor-Takt eingelesen, bearbeitet und ausgelesen werden können. Wenn man das am iPhone 5S geschickt nutzt, kann die CPU pro Verarbeitungsschritt also doppelt so viele Daten bearbeiten und damit doppelt so schnell rechnen. Im Fall des Apple-A7-Prozessors gibt es darüber hinaus doppelt so viele Register wie im A6. Theoretisch lassen sich also sogar vier mal so viele Daten „durch die CPU schieben“.

Kommt auf die App an Ob und wie spürbar dieser Effekt ist, hängt von der Anwendung ab. Apps, die viele mathematische Berechnungen beinhalten, werden mehr profitieren als ein Twitter-Client. Dagegen steht, dass man sich je nach Anwendung mehr Gedanken um Speicherausnutzung machen muss. Apple weist darauf hin, dass Apps in einigen Fällen mehr Speicher benötigen als unter 32-Bit.

Energiekosten beachten In vielen Foren finden sich Aussagen zu Hauptspeichervoraussetzungen, das iPhone 5S kommt weiterhin mit einem Gigabyte. Auch hier hilft uns Florian Albrecht auf die Sprünge: „Mehr Hauptspeicher (RAM) hilft grundsätzlich der Performance. Demgegenüber steht jedoch der Stromverbrauch. Speicher aktiv zu halten, kostet relativ viel Energie, was der Hauptgrund dafür sein dürfte, warum Apple relativ wenig Arbeitsspeicher verbaut. Es ist richtig, dass man einen 64-Bit-Prozessor braucht, um (sinnvoll) 4 GB und mehr Speicher adressieren zu können. Ein 32-Bit-Prozessor kann maximal 232 Adressen ansprechen, das sind 4 GB. Das bedeutet aber nicht, dass man 4 GB braucht, um die grundsätzlichen Geschwindigkeitsvorteile einer 64-Bit-CPU ausnutzen zu können.

Mit iOS 7 hat Apple zudem erste Schritte in Richtung Echtzeitinformationen gemacht. Dank der neuen Funktion „Häufige Orte“ merkt sich das iPhone, wo wir uns wann für gewöhnlich bewegen. So zeigt iOS 7 schon jetzt automatisch in der Mitteilungszentrale an, wie lange der Weg zur Arbeit oder nach Hause dauern wird und liefert die Route dorthin. Dies wird Apple sicherlich noch ausbauen und immer mehr Daten und Infos einbeziehen. Google Now macht dies vor und zeigt heute schon automatisch, wie das Spiel unseres Lieblingsvereins aktuell steht und wie wir am schnellsten zu unserem nächsten Termin kommen. Hier wird Apple nachlegen und Daten aus dem Kalender, vielleicht auch von Facebook und Co. mit einbeziehen.

© 2015

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Was wir uns wünschen

Wir hätten natürlich auch ein paar Wünsche an Apple – sie betreffen Apps, Funktionen und Ausstattung. Klasse und mit iOS 7.0.3 neu vorgestellt ist iCloud-Schlüsselbund. Was wir schmerzlich vermissen, ist eine Verwaltung der Passwörter und die Option, Kategorien zu nutzen, dazu auch das sichere Verwahren von Notizen – wir hoffen darauf, dass Apple spätestens mit iOS 8 einen ausgewachsenen Passwort-Manager vorstellt, das technische Gerüst iCloud-Schlüsselbund gibt es ja mit iOS 7 schon. Schon seit iOS 5 wünschen wir uns eine Datei-App. Nur Apple kann eine App anbieten, in der alle Dateien des Benutzers im Zugriff stehen, gleich von welcher App sie erzeugt wurden. Durch das Sicherheits-Feature Sandboxing sind Dateien von Drittanbietern auf die Nutzung innerhalb ihrer App beschränkt. Apple könnte das mit einer eigenen, offiziellen App umgehen. Erst dann wären iPhone und iPad wie ein PC in der Lage, echte Dateiverwaltung zu bieten.

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