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Die aktuelle Messe High End 2016 hat zwei Hauptthemen: Vinyl und Heimvernetzung

06.05.2016 | 15:19 Uhr |

Einmal im Jahr findet im MOC München die Audio-Messe High End statt - Gedacht ist sie nicht nur für Fachhändler, ab dem 6. bis zum 8. Mai steht sie allen Audio-Enthusiasten offen.

Über fünfhundert Aussteller zeigen bei der High End ihre Produkte: Nur hier findet man ein derart vielfältiges Angebot an teuersten Lautsprechern, Verstärkern und gebrauchten LPs aber auch Audio-Elektronik sowie neueste Kopfhörer und Hi-Fi-Anlagen hoher und höchster Preisklassen.

Viele hat es überrascht: Nicht nur Nostalgiker halten dem Plattenspieler die Treue –  die so genannten Hipster in England, Deutschland und Japan entdecken Vinyl offenbar neu und steigerten sogar die LP-Verkäufe im letzten Jahr um unerwartete 31 Prozent. CD-Käufe sind dagegen weiter im Sinken. Kein Wunder, dass dieses Jahr vermehrt Plattenspieler zu sehen waren. Gerade für den High-End-Fan ist ein Turntable anscheinend die ideale Ergänzung zum Netzwerkspeicher, auf dem alle gerippten CD-Sammlungen liegen. Gut gefiel uns unter den vielen neuen Abspielgeräten der neue Teac TN-570, ein Plattenspieler aus Gröbenzell bei München für knapp 1000 Euro. Viel Aufmerksamkeit bekam aber in der Presse auch Technics für den etwa dreimal so teuren  SL-1200GAE mit neuem Direktantrieb.

Bluetooth setzt sich im vernetzten Heim durch

Ein weiteres Thema ist Heimvernetzung. Als drahtloses Protokoll hat sich hier offenbar Bluetooth durchgesetzt - gegen proprietäre Hersteller-Techniken. Hier gibt es aber noch einige ungelöste Probleme. CD-Qualität ist vielen High End-Fans nicht genug, weder der CD-Nachfolger SACD noch dessen Format DSD konnten sich in der Breite durchsetzen. Ist doch die Datenmenge des hochauflösenden DSD für Streaming einfach zu hoch. Interessant klingt da ein von einigen Geräten bereits nutzbarer neuer Audiostandard namens MQA, den beispielsweise Onkyos mobiler Player DP-X1 und der Netzwerkserver Zenith Mk 2 von Innuos unterstützen. Der Streamingdienst Tidal hat bereits angekündigt, das neue Format ebenfalls zu verwenden. Das Format soll bald das Streaming hochaufgelöster Musik mit CD-Bandbreite ermöglichen. Einen eigenen Stand hatte der Streaming-Dienst Tidal zwar dieses Jahr nicht, uns fiel aber doch auf, wie viele Netzwerkplayer diesen Dienst unterstützen – und nicht nur Spotify.

An mobilen Audioplayern herrscht kein Mangel: Gut gefällt uns neben dem AK300 der Player DPX1, der anscheinend als Konkurrent zu den ähnlich teuren Modellen von Astell Kern gedacht ist. In einer ähnlichen Preisklasse spielt ebenso der Fiio-Player X7, bei dem wie bei allen Playern Android im Hintergrund arbeitet.

Teure Kopfhörer

Kopfhörer mit Bluetooth sind immer noch ein Renner, ein interessantes Modell ist beispielsweise der im Januar erschienene ATH-ANC40BT von Audio Technica, ein In-Ear Modell mit Bluetooth und Noise Cancelling. Vor allem unter Flugreisenden ist ja anscheinend die Nutzung von Kopfhörern mit Noise Cancelling immer beliebter. Hohe Preise sollten natürlich auch beeindrucken: Sennheiser präsentierte neben dem neuen HD 800 S seinen berühmten 50 000-Euro Kopfhörer Orpheus, Shure das Premium-Modell KSE1500 - eine Kombination aus In-Ear und DAC für stolze 3000 Euro. Aber auch Ultrasone bietet mit dem Tribute 7 ein Modell für 2500 Euro an.

Erstmals ist auf der Messe außerdem die so genannte Hör Bar zu sehen, eine Theke mit 30 Kopfhörer-Modellen verschiedener Hersteller - um diese einmal direkt vergleichen zu können.

Die Messe High End ist bis zum 8. Mai von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet, die Tageskarte kostet 12 Euro. Eine Auswahl der interessantesten Produkte sehen Sie in unserer Bildergaleri:

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