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Die eigene Musik über iTunes verkaufen

27.03.2007 | 13:11 Uhr |

Apples Produktionsstudio Garageband exportiert die fertigen Songs auf Wunsch nach iTunes, welches das eigene Werk zwischen denen der Stars einsortiert. Tune Core geht einen Schritt weiter und bietet Musikern ohne Plattenlabel an, ihre Musik in den iTunes Store und anderen Downloadservices einzustellen. So kommt jeder in den virtuellen Plattenladen – theoretisch. Macworld hat sich das Konzept näher angesehen.

Erinnern Sie sich, wie Sie als Kind in den Plattenladen gingen und dachten wie cool es sei, eines Tages Ihr eigenes Album dort in den Regalen stehen zu sehen? Das digitale Zeitalter könnte Ihren Träumen auf die Sprünge helfen. Mit Hilfe eines Unternehmens namens Tune Core kann jeder Musiker oder jede Band seine oder ihre Musik in die populärsten Online-Stores einstellen.

Tune Core ist die Idee des Besitzers der Plattenfirma Spin Art, Jeff Price. Als die Musikindustrie sich von den Plattenläden der physischen Welt hin zum Internet wandte, sah Price, dass das Modell des klassischen Musiklabels nicht in die neue Umgebung passte.

„Die Positionierung im Regal ist im traditionellen Laden ein rares Gut, um das man kämpfen musste,“ sagt Price. „In der virtuellen Welt hat man diese Probleme nicht. Die gesamte Infrastruktur der Musikindustrie, die sich allein um Distribution kümmerte, wird dadurch obsolet.“

Obwohl sich die Musikindustrie wandelte, blieben viele Praktiken beim Alten. Mit den Online-Stores kamen Aggregatoren, die Bands halfen, größere Vertriebe wie den iTunes Store nutzen zu können.

„Die Aggregatoren vertreten all die kleinen Labels und geben ihnen die Möglichkeit, ihre Künstler über den iTunes Store anzubieten – ein großartiger Service,“ erklärt Price. „Aber den Job erledigten sie so, wie es die großen Firmen taten – sie nahmen Songs für eine gewisse Zeit in ihr Angebot. Aber sie gaben im Gegensatz zu diesen keine Unterstützung für Konzerttourneen oder halfen bei der Distribution.“

„Das hat mich wirklich geärgert, wie sie Künstler ausnutzten, „fügt er hinzu. „Ich dachte darüber nach und meinte ‚Warum ändern wir nicht einfach die Regeln?’“

Das Modell Tune Core

Genau das hat Price dann auch getan. Seitdem Tune Core seinen Dienst anbietet, kann jeder Künstler oder Musiker seine in Apple Lossless codierten Songs nehmen, ein Konto auf der Tune-Core-Seite einrichten und seine Musik hochladen. Innerhalb weniger Wochen sind die Songs über iTunes, Rhapsody, Connect, eMusic, Napster und Musicnet zu kaufen.

Und das Beste am Geschäft: Der Künstler kann alle Einnahmen behalten – Tune Core nimmt keinerlei Provisionen für den Verkauf. Stattdessen verlangt die Firma einmalige Einstellgebühren von 99 Cent pro Song und 99 Cent pro Store und Album sowie einen Jahresbeitrag von 9,98 US-Dollar pro Album.

Wenn ein Musiker ein aus fünf Songs bestehendes Album von Tune Core im iTunes Store US, iTunes Kanada, iTunes Deutschland und Rhapsody vermarkten lassen will, zahlt er insgesamt 18,89 US-Dollar.

„Ich übernehme keine der Rechte und auch nichts vom Profit,“ versichert Price. „Die Vereinbarung ist außerdem nicht exklusiv, jeder Künstler kann zu jeder Zeit kündigen.“

Price hat zudem ein durchdachtes Abrechnungssystem aufgebaut, mit dem die Künstler verfolgen können, welche Songs sich in welchen Läden verkaufen. Die Künstler können dabei jederzeit auf ihr Konto zugreifen und sich den aktuellen Stand per Scheck oder via Pay Pal ausbezahlen lassen.

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