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Die selbstzerstörende DVD

05.06.2008 | 12:00 Uhr |

Das Modell gibt es schon länger, jetzt kommt es in die Läden: die DVD, die sich innerhalb weniger Tage selbst vernichtet.

Der Bürohändler Staples will in Zukunft Filme auf DVDs verkaufen, die innerhalb von 48 Stunden unlesbar werden. Ein Modell zwischen Leih- und Kauffilmen. Durch eine chemische Reaktion mit der Luft zerfällt die Datenschicht des Mediums langsam, sobald der Nutzer die Silberscheibe aus der versiegelten Hülle nimmt.

In Zeiten von Download-Modellen über das Internet wirken die Kurzzeit-Speichermedien etwas antiquiert und auch ökologisch nicht fortschrittlich. Das Wirtschaftsmagazin Twice berichtet , dass Staples dennoch auf dieses Modell setzen wird. In 1.500 Fillialen sollen die Filme bald angeboten werden.

Die Technik dafür stammt von flexplay , einem Unternehmen, das schon zuvor mit den selbstzerstörerischen Medien experimentiert hat. Durch den Kontakt mit der Luft beginnt die Datenschicht durchsichtig zu werden, bis sie schließlich unlesbar ist. Laut dem Bericht will Staples die Filme für rund fünf Dollar verkaufen. Einer Preisklasse, die zwischen den Leihfilmen aus der Videothek und günstigen Kauffilmen angesiedelt ist. Im Grunde handelt es sich dabei also um ein Leihfilm ohne ihn zurückbringen zu müssen.

Die Zielgruppe dürfte bei den Nutzern liegen, denen der Umgang mit Video-on-Demand-Portalen nicht vertraut ist und Videotheken zu aufwändig sind. Der Anbieter nennt sein Programm "no return rentals" Miete ohne Rückgabe. Die Filmauswahl ist übersichtlich, flexplay bietet derzeit weniger als 50 Filme in seinem Sortiment an.

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