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Die zehn wahren Mängel des iPhone 3G

17.07.2008 | 14:21 Uhr |

Was für ein Start: In drei Tagen lieferte Apple eine Million iPhones in die Handelskanäle und dennoch gilt das Smartphone vielerorts als ausverkauft. Aber muss man jeden Hype mitmachen? Es gibt Gründe dagegen. Wirklich gute Gründe.

Das iPhone 3G ist seit bald einer Woche im Handel, Apple hat nach eigenen Angaben bereits eine Million iPhone 3G verkauft, was Analysten jedoch anzweifeln . Wir haben das iPhone 3G bereits ausführlich getestet und auch die GPS-Funktion für gut befunden . Nicht nur an letzterer scheiden sich jedoch die Geister, eine echte Navigation mit Richtungsangabe bietet das iPhone 3G nicht. Apple hat zwar nicht ausgeschlossen, dass eine GPS-Anwendung noch kommen könnte, doch auch andere Funktionen wie MMS, Copy-and-paste, Bluetooth A2DP oder Spracheingabe fehlen manchen Kritikern. Alles Humbug, entweder sind die angeblich fehlenden Features vom Provider unerwünscht (Instant Messaging), noch in Arbeit (GPS), nicht wichtig genug für diese Revision (Copy-and-paste) oder technisch unsinnig. Denn eine Kamera mit höherer Auflösung macht keine besseren Bilder, solange dem CCD keine vernünftige Optik vorangestellt ist. Und ein iPhone mit einem professionellen Objektiv passt in keine Hosentasche mehr. Wir haben jedoch zehn Gründe gefunden, warum uns das iPhone dennoch nicht gefällt. Zugegeben, diese Sammlung ist ein wenig subjektiv.

1. Der Preis

Mit Vertrag kostet das iPhone 3G mit 8 GB Kapazität weltweit nicht mehr als 199 US-Dollar, hat Steve Jobs im Juni noch getönt. Die Aussage ist nicht grundverkehrt, aber dennoch falsch, in einigen Ländern wie Japan oder Schweden kommt das iPhone 3G teurer. Bei seinen Berechnungen muss der Apple-CEO wohl auch einen Dollarkurs von 2001 zu Grunde gelegt haben, das in der Anschaffung teuerste T-Mobile-iPhone mit dem Tarif Complete S kostet umgerechnet heute 270 US-Dollar, Tendenz weiter steigend. Nun darf man den billigsten Tarif nicht als Maßstab heranziehen, da er weder SMS noch eine Datenflatrate bietet. Sehen wir uns mal den Tarif Complete M an, mit diesem kostet das iPhone 3G 8GB 60 Euro oder 95 US-Dollar. Das klingt erst einmal nach einem guten Angebot. Umgerechnet in eine Währung, die ich verstehe, wären das etwa fünf Kästen König Ludwig Weißbier. Auf die nach und nach zu verzichten hätte auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit. Aber jetzt kommt’s: T-Mobile will für Complete M jeden Monat 50 Euro überwiesen bekommen. Meine bisherige Handy-Rechnung reicht selten bis nie an die 25-Euro-Grenze heran. Und jeden Monat auf zwei weitere Kästen Weißbier zusätzlich zu den insgesamt fünfen für die Anschaffung zu verzichten, hieße fast gar nichts mehr zu trinken. Gut, der Gesundheit käme das zupass, aber das iBeer will und will einfach nicht schmecken.

2. Microsoft Exchange und VPN

Mit der vielgelobten Exchange-Unterstützung und VPN-Fähigkeiten will sich das iPhone im Unternehmensumfeld positionieren. Dabei ignoriert Apple aber den großen Teil der Unternehmenswelt, der auf Lotus Notes setzt. Kann sein, dass IBM seit dem Intel-Switch Apples nicht mehr so gut auf Cupertino zu sprechen ist, im Endeffekt läuft es darauf hinaus, dass ich eben nicht mit einem passenden Client auf geschäftliche Mails, Termine und Kontakte zurückgreifen kann. Von einem kommenden Lotus-Notes-Client hat man schon so lange nichts mehr gehört, dass man das Guns’n-Roses-Album "Chinese Democracy" schon für wahrscheinlicher hält. Und wenn die für die Arbeit benötigten Applikationen per Citrix bereit gestellt sind, hilft auch die schönste VPN-Unterstützung nichts. Lotus Notes und Citrix sind ja nun auch… ( ab hier werden die handschriftlichen Notizen unseres Kollegen leider unlesbar, Anm. des Setzers )

3. Finger statt Stift

"Who needs a Stylus?" fragte Steve Jobs rhetorisch in die Runde, als er das Bedienkonzept des iPhone im Januar 2007 auf der Macworld Expo erstmals der Öffentlichkeit vorführte. Da will ich nun mal den Finger heben. So elegant und sinnvoll das Zehn-Finger-Getatsche auch ist, es hat seine Grenzen. Mit einem Eingabestift könnte man auf der virtuellen Tastatur flotter und mit weniger Fehler tippen. Sicher, Stifte als Zubehör bieten zahlreiche Smartphone-Hersteller an. Aber wohin damit, wenn das iPhone keinen Einschub bietet? Kommen wir ohne Umschweife zum nächsten Punkt.

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