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Test Canon EOS 500D: Digitale Spiegelreflexkamera mit Video-Funktion

15.05.2009 | 18:23 Uhr |

Videos lassen sich mit immer mehr Spiegelreflex-Kameras aufnehmen. Auch die Canon EOS 500D kann dies, sogar bis Full-HD. Auch ihr eigentliches Handwerk, das Fotografieren, erledigt die DSLR-Kamera für Einsteiger und Hobby-Fotografen ordentlich.

Bei der Ausstattung kann man wahrlich nicht meckern: Fotos bis 15 Megapixel und Videoaufnahmen bis Full-HD, das alles in einer DSLR-Kamera, die auch für den Hobby-Fotografen bezahlbar ist. Dazu noch durchwegs sinnvolle Automatik-Programme und eine einfache Bedienung sowie eine ordentliche Mac-Unterstzützung. Da scheint es auf den ersten Blick nur wenig zum Meckern geben, doch ein paar Ecken und Kanten bringt die Canon EOS 500D dann doch mit sich. So das mäßige 18-55mm-Kit-Objektiv, hier sollte man ein höherwertigeres (und somit teureres) Objektiv im Bundle mitkaufen.

Handhabung und Funktionen

Der Griffwulst ist wie bei ihrer Vorgängerin EOS 450D etwas klein und eignet sich so vor allem für Personen mit kleineren Händen. Wer große Hände hat, muss sich daran gewöhnen, dass die Fingerspitzen am Gehäuse anliegen, hält man die Kamera. Am Griffwulst und auf der Rückseite bietet die EOS 500D gummierte Flächen für einen rutschfesten Halt. An der von hinten betrachtet linken Seite würde ihr zusätzliche Gummierungen gut tun, doch in dieser Preisklasse ist das die Seltenheit.

Über das Wahlrad kann man schnell und einfach die verschiednen Modis anwählen.
Vergrößern Über das Wahlrad kann man schnell und einfach die verschiednen Modis anwählen.

Wer schon eine EOS 400D oder EOS 450D benutzt hat, wird sich sehr schnell an die EOS500D gewöhnen. Das Grundprinzip der Bedienung hat sich nicht geändert, es sind nur neue Funktionen dazu gekommen. Die Bedienung ist einfach und nahezu selbsterklärend. Gut gefällt wie bei der EOS 450D die Taste für die Wahl des Autofokuspunktes, die man über den Daumen sofort erreicht. Den passenden Autofokuspunkt wählt man dann per Drehrad. Das rückwärtige Display zeigt alle Einstellungen übersichtlich an. Auch lassen diese sich leicht ändern. Bewegt man sich mit dem Auge zum Sucher, wird die Displayanzeige automatisch ausgeschaltet - auch das hat sich schon die Canon EOS 450D von Konica-Minolta (jetzt Sony) abgeschaut.

Ohne eigenen Bildstabilisator muss die Canon EOS 500D auskommen. Dafür bietet das Kit-Objektiv einen optischen Bildstabilisator.
Vergrößern Ohne eigenen Bildstabilisator muss die Canon EOS 500D auskommen. Dafür bietet das Kit-Objektiv einen optischen Bildstabilisator.

Dem Fotografen bietet die EOS 500D viele Stellschrauben zur Bildmanipulation, so bietet die Kamera verschiedene Bildstile wie Standard, Portrait, Monochrom sowie drei individuell einstellbare Farbgebungen. So kann man eine ganz persönliche Note in die Farbgebung bringen, wenn man die Fotos später nicht am Rechner diesbezüglich bearbeiten möchte. Ob man dies in der Praxis wirklich einsetzt oder dann doch lieber die Bilder später am Mac diesbezüglich bearbeitet, bleibt der persönlichen Vorliebe überlassen.

Gut gefällt die Einstellung CA am Wahlrad, in der man automatisch die beste Einstellung für den maximalen oder minimalen Schärfentiefenbereich wählen kann. Dies ist sinnvoll für Landschaftsaufnahmen (maximaler Schärfentiefenbereich) und Portrait-Aufnahmen (minimaler Schärfentiefenbereich).

Belichtungsreihen sind auch bei Einzelaufnahmen aktiv. Vergisst man, dass man die Belichtungsreihe aktiviert hat, sind viele Fotos so falsch belichtet. Drei unterschiedliche belichtete Aufnahme lassen sich erstellen, ausreichend für HDRI-Fotos. Schön: Stellt man beim Selbstauslöser ein, dass man beispielsweise zwei Aufnahmen möchte, erstellt die Kamera zwei Belichtungsreihen, also sechs Aufnahmen. Das kann je Aufnahmesituation nützlich sein.

Geschwindigkeit

Neben normaler Aufnahme gibt es natürlich die Reihenaufnahme. Hier ist die Kamera mit rund 3,4 Bildern pro Sekunde recht flott. Erst nach etwas über 40 Aufnahmen bei höchster JPEG-Qualität wird die Serienbildaufnahme langsamer, bei RAW-Aufnahmen bereits nach acht Aufnahmen. Interessant ist zudem, dass sich bei einem Selbstauslöser eine Reihenaufnahme von bis zu zehn Bildern erstellen lässt, ideal für ein Gruppenbild vom Stativ aus, bei denen der Fotograf sich noch selber ins Gruppenbild begibt.

Der Autofokus arbeitet schnell und präzise. Doch im Liveview-Modus ist er langsam, denn dazu muss die Kamera den Spiegel herunterklappen und den AF-Sensor verwenden. Anders wie gewohnt muss man den Autofokus im Liveview wie übrigens auch im Video-Modus über die Stern-Taste betätigen, die sich hinter dem Wählrad befindet. Das ist wenig komfortabel und erst recht nicht intuitiv.

Video

Bis zur Full-HD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixel kann man mit der EOS 500D Videos drehen. Allerdings nur mit 20 Bildern pro Sekunde, bei schnelleren Bewegungen bemerkt man dann doch ein Ruckeln. Interessanter ist da die normale HD-Auflösung von 720p, hier schafft die Videoaufnahme 30 Bilder pro Sekunde (fps). Canon liefert sogar Quicktime-Erweiterungen mit, doch auch ohne diesen Erweiterungen lassen sich die Filme problemlos am Mac betrachten und mit iMovie 09 bearbeiten.

Die Bildqualität ist erstaunlich gut, besonders bei Innenaufnahmen mit schwachem Licht sind sie Aufnahmen von Camcordern überlegen. Allerdings wird der Ton lediglich in Mono aufgenommen - dafür in brauchbarer Qualität. Den Fokus sollte man vor der Aufnahme manuell einstellen, der Autofokus ist im Video-Modus langsam und nicht sehr präzise.

Bildqualität

Die Bildqualität der EOS 500D ist hervorragend. Von ISO 100 bis ISO 1600 finden wir nahezu keine Bildfehler. Auch der Dynamikumfang ist bemerkenswert. Die Eingangsdynamik ist sehr hoch, so dass die DSLR auch kontrastreiche Motive darstellen kann, ohne dass Lichter ausbrennen und Schatten absaufen. Die Ausgangsdynamik, die den Tonwertreichtum einer Kamera beschreibt, ist ebenfalls hoch. Die EOS 500D setzt damit viele Helligkeitsstufen zwischen den hellsten und den dunkelsten Bildbereichen ein.

Auch der Gesamteindruck der aufgenommenen Fotos überzeugt mit ausgewogenen Farben. Gut gefällt der automatische Weißabgleich, der auch bei Kunstlicht den Weißpunkt gut bestimmt. Gerade bei Kunstlicht neigen viele Digitalkameras zu einer zu warmen Farbgebung.

Der Wirkungsgrad, also die letztlich erzielte Auflösung, ist laut unseren Laborergebnissen mäßig. Das liegt an der Kombination vom mittelmäßigem Kit-Objektiv (18-55 mm) und der hohen Auflösung des Bildsensors. Besonders zum Bildrand hin fällt die Auflösung sehr stark ab. Wir empfehlen deshalb ein ordentliches Objektiv.

Am Mac

Die Canon EOS 500D lässt sich vom Mac aus sogar fernsteuern.
Vergrößern Die Canon EOS 500D lässt sich vom Mac aus sogar fernsteuern.

Die Unterstützung für den Mac ist sehr gut. Zwar wird das RAW-Format der EOS 500D noch nicht vom Apple Mac-OS und der aktuellen Version von Adobe Camera RAW unterstützt, doch dies ist nur eine Frage der Zeit. Bis dahin kann man das durchaus brauchbare Bearbeitungstool " Digital Photo Professional" von Canon verwenden, um Grundkorrekturen an den Aufnahmen durchzuführen oder die Aufnahmen vorerst als JPEG und RAW aufnehmen. Eine nette Zusatzfunktion ist die Möglichkeit, die Kamera vom Mac aus fern zu steuern. Dazu muss die Kamera mit dem Mac per USB-Kabel verbunden sein.

Empfehlung

Zu einem recht günstigen PReis packt Canon eine Menge Funktionen in die EOS 500D. So eignet sie sich ideal als Begleiter für hochwertige Fotos und Videoaufnahmen. Lediglich ein besseres Objektiv als das getestete 18-55-mm-Kitobjektiv sollte man sich gönnen. Dieses sollte aber unbedingt einen optischen Bildstabilisator haben, da der Body der EOS 500D keinen Bildstabilisator eingebaut hat. Wer auf die Videofunktion verzichten kann, der findet weiterhin mit der EOS 450D eine gute Alternative, möchte er nicht das System wechseln. mas

Canon EOS 500D
Vergrößern Canon EOS 500D
© Canon
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