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Digitaler Player mit analoger Optik

30.08.2004 | 12:00 Uhr |

Das Wireless Music Center "Hifidelio" von Hermstedt soll den Computer mit der Stereo-Anlage vereinen.

Auch wenn das neue System optisch einem Stereoanlagen-Baustein sehr stark ähnelt, unterscheidet er sich doch grundsätzlich davon. Hifidelio liest nicht nur CDs, sondern speichert sie auch. In dem schwarzen oder alufarbenen Gehäuse steckt eine 80 GB Festplatte, auf der man zahlreiche Lieder von analogen Datenträgern archiviert. Audioformat und Kompressionsstufe sind frei wählbar, wobei neben MP3 (VBR) auch AAC, Ogg Vorbis, WMA sowie komplett verlustfreie Konvertierungen zur Auswahl stehen. Eine hohe Bitrate ist aber Pflicht, damit das Wireless Music Center in einem bestehenden Hifi-System mithalten kann. Als Audio-Schnittstellen steht neben einem Stereo-Chinch- auch ein optischer digitaler Anschluss zur Verfügung. Analoge Aufnahmen beispielsweise vom Plattenspieler sind über einen Stereo-Chinch-Eingang möglich.

Die komplette Musikbibliothek der 80 GB Festplatte wird über Display am Hifidelio mit Hilfe eines Jog-Dial ähnlichen Rades oder der Fernbedienung verwaltet. So lassen sich Playlisten anlegen, die laut Hersteller ähnlich wie in iTunes entweder manuell oder mittels Filteroptionen automatisch erstellt werden. Die Namen der Songs, Interpreten und Album soll der Hifi-Baustein durch Abgleich mit einer internen Datenbank automatisch hinzufügen. Zwei Millionen Titel seien bereits bei der Auslieferung integriert und Hermstedt verspricht, dass die Liste über das Internet weiter aktualisiert wird.
Eingespielte Lieder kann man mit dem integrierten Combo-Laufwerk auf eine CD brennen, via USB 2.0 auf einen iPod oder eine externe Festplatte übertragen und im lokalen Netzwerk zur Verfügung stellen.

Drahtlos stellt das unscheinbare Gehäuse den Kontakt zu anderen Hifidelio- oder iTunes-Systemen her und kann ihnen laut Hersteller seine Musik zur Verfügung stellen beziehungsweise freigebebene Audiostreams selber nutzen. Wer auf die Strahlung durch die 54-Mbit/s-Funktechnik im Wohnzimmer lieber verzichtet, verbindet die Geräte mit einem normalen Netzwerkkabel über den integrierten 4-Port-Switch.

"Hifidelio ist kein Wohnzimmer-PC", betont Firmengründer Jörg Hermstedt, man integriere lediglich ausgewählte Teile der vielseitigen Computerfunktionalität mit dem Bedienungskomfort und der Optik einer Stereoanlage. So verrichte in dem Gehäuse zwar ein Power PC seinen Dienst, aber es sei keinerlei Lüfter eingebaut, der die Wohnzimmerruhe stören könnte.
Auf die Frage nach weiteren Hifi-Produkten aus dem Hause Hermstedt teilt uns der Vorstandsvorsitzende mit: "Dies ist mit Sicherheit keine Eintagsfliege". Das lässt vermuten, dass sich die für ISDN- und DSL-Lösungen bekannte Firma ein weiteres Standbein aufbauen will.
Neben dem Hifi-Baustein bietet der Mannheimer Kommunikationsspezialist auch einen MP3-Player mit angepasster Software, eine abgestimmte Fernbedienung und ein USB-Keyboard an. Zudem plane Hermstedt eine direkte Anbindung an Online-Musikstores. Apples Fairplay-geschützte Musikdateien seien allerdings bisher noch nicht zu dem neuen Hardware-System kompatibel.

Das Wireless Music Center Hifidelio in den Farben Schwarz und gebürstetes Aluminium ist samt Fernbedienung für 500 Euro erhältlich. Obwohl es beispielsweise mit den aktuellen iTunes-Versionen für Mac und PC im Streaming-Bereich zusammenarbeiten soll, ist für den Normalbetrieb bis auf Verstärker und Boxen keine weitere Hardware von Nöten.

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