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Digitalfotos in Photoshop bearbeiten

04.07.2008 | 12:07 Uhr |

Mit einigen Standardverfahren lassen sich Bilder schon recht ordentlich bearbeiten. Besonders für Reisefotos bietet Photoshop jedoch weit mehr Möglichkeiten zur Verbesserung

Normalerweise steht bei einer Bildoptimierung die Kontrastverbesserung im Mittelpunkt, eventuell in Kombination mit einer Entfernung von Farbstichen. Dass Photoshop mit seinen Kanälen und Ebenen weit mehr Korrekturmöglichkeiten in petto hat, zeigt dieser Beitrag. In der Regel konzentrieren sich herkömmliche Verfahren zur Bildoptimierung darauf, verfahrensbedingte Übertragungsfehler auszugleichen. Das Grundmanko beim Fotografieren besteht darin, dass sich Motive leider nur unter optimalen Aufnahmebedingungen eins zu eins abbilden lassen. Einschränkungen bei der Belichtung sowie Verluste bei technischen Übertragungsverfahren (wie zum Beispiel dem Einscannen) verursachen in der Summe recht unterschiedliche Defizite. Am Offensichtlichsten ist ein mangelnder Bildkontrast. Da das Anheben des Kontrasts in Photoshop oder einer anderen Bildbearbeitung meist auch andere Fehler mindert oder behebt, hat sich als klassische Vorgehensweise bei der Bildkorrektur folgende Reihenfolge etabliert. Eine leichte bis deutliche Optimierung von Kontrast und Bildhelligkeit steht bei fast jedem Bild an. Zunächst die Beschreibung einer üblichen Standardbearbeitung:

a) Generelle Kontrastverbesserung inklusive Optimierung der Gesamthelligkeit mit den Standard-Tools Tonwertkorrektur und Gradationskurven)

b) Beseitigung eventueller Farbstiche (mögliche Tools: Farbton/Sättigung, Farbbalance oder auch die beiden aufgeführten Standardfunktionen) und schließlich

c) Die finale Schärfung mit dem Filter "Unscharf maskieren".

Diese Standardvorgehensweise ist zwar durchaus effektiv, wenn es darum geht, Bilder auf die Schnelle zu verbessern. Da Kontrast und Helligkeit hier im Mittelpunkt stehen, geraten andere Kriterien, die für die Qualität von Bildern ebenfalls wesentlich mitverantwortlich sind, ins Hintertreffen - vor allem die Frage der optimalen Detaildarstellung sowie der Faktor Farbe. Da Farbe nicht nur eine technische, sondern auch eine kreative Herausforderung ist (siehe auch Gestaltungs-Basics in dieser Ausgabe), liegt die Folgerung auf der Hand: Die Diagnose muss, wie das zu bestimmende Ziel, bei jedem Bild und jedem Bildmotiv anders gestellt werden.

Am Beginn kreativer Bildoptimierungsverfahren steht gewöhnlich eine Bilddiagnose: Wie steht es im jeweiligen Bild um Kontrast, Helligkeit, Farbgebung, Detaildurchzeichnung und Schärfe? Wo genau liegen Defizite? Oft stellt man beim Betrachten fest, dass bestimmte Schwächen nicht im ganzen Bild auftauchen, sondern nur in einzelnen Bereichen. Typische Beispiele sind harte Schattenwürfe, die große Teile eines Motivs ins Dunkel versenken, oder ein Himmel, der etwas blauer sein könnte. Technisch gesehen lassen sich beide Problemfälle am besten mit Auswahlen angehen. Für das Auswählen einzelner Bildbereiche und deren separate Bearbeitung ist Adobes Bildbearbeitungsstandard bestens gerüstet. Das von vielen Anwendern zur Rohbearbeitung verwandte Importmodul Camera Raw hat zwar recht griffige Reguliermöglichkeiten, doch nur Photoshop bietet Auswahl-Werkzeuge, aktivierbare Kanäle, Ebenen, Füllmethoden, Deckkraft - kurzum, das komplette Repertoire, das das Programm zum Eichstandard der digitalen Bildbearbeitung gemacht hat.

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