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Direkt auf den iPod: Bald Warner-Musik ohne DRM bei Lala.com

07.06.2007 | 15:03 Uhr |

Alben in ganzer Länge zur Probe hören, kaufen - und ohne den Umweg iTunes direkt auf den iPod speichern. Das ist das neue Geschäftsmodell von Lala.com, mit dem das Start-up nächste Woche sein bisheriges Angebot umkrempeln will.

Bereits jetzt bietet die Plattform einen Browser-basierten iTunes-Ersatz an, der die lokale Musik-Bibliothek teilweise oder komplett zum Anbieter lädt und so den Zugriff an jedem Ort dank Browser-Plug-in und eigenem Player ermöglichen soll. Bislang war Lala.com eine Tauschbörse für gebrauchte Audio-CDs.

Warners Musikkatalog ohne Kopierschutz - das wäre auch Apple recht: Letzte Woche startete iTunes das "Plus"-Angebot für DRM-freie Songs, beschränkt sich momentan aber auf Musik des Labels EMI ( wir berichteten ). Ein Start-up-Unternehmen ist Apple jetzt offenbar eine Nasenlänge voraus, wenn sich Presseberichte bewahrheiten. CNN Money schreibt, dass Lala.com nächste Woche Teile aus dem Katalog der Warner Music Group ohne Kopierschutz zum kostenpflichtigen Download anbieten wird. Gegenwärtig verkauft Lala.com - an US-amerikanische Kunden - echte CDs zu Preisen ab 8,70 US-Dollar - und gewährt das Probehören in voller Länge. Als weiteres Standbein bietet der Dienst seit einigen Tagen einen Online-Musikspeicher für die eigenen, in iTunes abgespeicherten Songs. Um den Dienst zu nutzen, ist eine Anmeldung notwendig. Wer mag, kann auch Social-Networking-Tools nutzen, um Freunden á la Last.fm zu zeigen, welche Musik man selbst gerade hört. Danach installiert der Anwender eine Player-Applikation und ein Browser-Plug-in. Auf Mac-Seite werden Safari und Firefox 2 unterstützt, Windows-Benutzer können neben Firefox auch einen aktuellen Internet Explorer benutzen. Jetzt sollte alles automatisch funktionieren: Der Installer startet den Browser neu und öffnet die Anbieterseite. Mit Hilfe der installierten Tools scannt Lala.com den Musik-Ordner des Benutzers und sucht nach der iTunes-Bibliothek. In unserem Versuch scheitert das Tool allerdings daran, dass die Musiksammlung auf einer externen Festplatte untergebracht ist, die manuelle Pfad-Angabe will nicht gelingen. Andere Anwender berichten von ähnlichen Problemen, auch die Begrenzung auf einzelne Wiedergabelisten will offenbar nicht immer gelingen. In der Theorie hat der Lala-Anwender fortan die Möglichkeit, an nahezu jedem mit dem Internet verbundenen Computer der Welt Zugriff auf seine online abgespeicherte Musik zu erhalten. Sogar das Bestücken des iPods soll mit dem Dienst unabhängig von iTunes möglich sein. Völlig unklar ist, woher der Betreiber die Speicherkapazitäten hernehmen will, um von Abertausenden Anwendern die MP3s und AACs zu speichern. Ob der Dienst darauf verzichtet, Doubletten von Top-Hits aus mehreren Bibliotheken zu speichern, ist genauso spekulativ wie die möglich Überprüfung von Dateien auf ihre legale Herkunft. Mit dem kommenden Warner-Angebot geht Lala.com noch einen Schritt weiter: Nach den vorliegenden Informationen sollen gekaufte Songs gart nicht lokal auf die Festplatte des Computers gespeichert werden, sondern direkt auf den Speicher des iPod. Apples Player macht es kopierwilligen Anwender nicht leicht, den Inhalt des Speichers auf ein anderes Medium zu kopieren - Software-Tools hierfür gibt es aber. Aus diesem Grund, so berichtet Netzwelt.de , sollen die Warner-Songs auch ein Wasserzeichen erhalten. Ein finanzielles Risiko geht das Unternehmen durch das großzügige Angebot des kompletten Probehörens ein. Für jeden so gestreamten Song wird eine Lizenzgebühr in Höhe von rund einem US-Cent fällig. Firmen-Chef Bill Nguyen kalkuliert für die kommenden Jahre hierfür 160 Millionen Dollar ein - über den Verkauf von Alben in Form von Downloads und CDs will die Firma diese Kosten wieder reinholen.

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