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Disadvantage Kurnikova

14.02.2001 | 00:00 Uhr |

Der mit einem Foto der populären
Tennisspielerin Anna Kurnikowa getarnte E-Mail-Virus hatte wegen der
Vorsicht der Nutzer kaum eine Chance. Nach einer ersten E-Mail-Flut
in Australien und den USA waren Anwender gewarnt und fielen nicht
mehr auf den Virus herein, sagten Experten in der amerikanischen
Technologieschmiede Silicon Valley am Mittwoch. In Deutschland seien
ebenfalls «überraschend wenig» Probleme aufgetaucht, berichtete der
Virenexperte des internationalen Softwareunternehmens Network
Associates, Dirk Kollberg, der dpa. Microsoft, über dessen Mail-
Programm Outlook sich der Virus beim Öffnen des Anhangs mit dem Namen
«AnnaKournikova.jpg.vbs» einschmuggelte, war dem Unternehmen zufolge
«minimalst betroffen».

Inzwischen bekannte sich der Virusautor «OnTheFly» als angeblicher
Urheber des Kurnikowa-Virus. Mit den Worten «Ich wollte niemandem
schaden, der diesen Anhang geöffnet hat», entschuldigte sich der
Niederländer im Internet. Allerdings seien die Nutzer selbst Schuld,
wenn sie so unvorsichtig seien und unbekannte Mails öffneten. Die
Idee für den so genannten Computerwurm habe er durch eine Marktstudie
bekommen, bei der herauskam, dass Internet-Surfer nichts aus den
jüngsten Virusattacken wie dem «I love you»-Wurm im vergangenen Jahr
gelernt hätten. Experten sind aber geteilter Meinung, ob der Autor
«echt» ist.

Deutschland profitierte nach Einschätzung Kollbergs von einem
geschärften Bewusstsein, nicht alle E-Mails hereinzulassen. Ferner
achteten Firmen verstärkt auf die regelmäßige Aktualisierung ihrer
Anti-Viren-Programme. Die neueste Version des Outlook-Security-Pakets
filtere unsichere E-Mail-Anhänge heraus, versicherte Microsoft-
Sprecher Thomas Baumgärtner. «Wir haben keine Hinweise, dass Kunden
oder Partner von uns darunter leiden mussten.» Diese «schnelle Wolke»
sei ohne Gewitter vorübergezogen. Zudem boten auf Anti-Viren-Software
spezialisierte Unternehmen innerhalb kürzester Zeit entsprechende
Programme auf ihren Webseiten zum Herunterladen an.

Immer häufiger werden Computer-Viren per E-Mail verschickt. Vor
allem die Würmer durchstöbern das elektronische Adressbuch der Nutzer
und verschicken sich selbst. Neben der totalen Überlastung der
Netzwerke können die Virenprogramme beträchtlichen Schaden anrichten.
Beim «I love you»-Virus entstand ein Verlust von mehreren Milliarden
Dollar. Als Vorsichtsmaßnahme raten Experten immer wieder, keine
angehängten Dateien unbekannter E-Mails zu öffnen.
dpa

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