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USA: Oberster Gerichtshof weist Verkaufsverbot von Gewaltspielen an Minderjährige zurück

28.06.2011 | 11:01 Uhr |

Der "Terminator" und damalige Gouverneur von Kalifornien Arnold Schwarzenegger hatte das Gesetz 2005 noch selbst auf den Weg gebracht: Keine gewalthaltigen Spiele an Minderjährige. Diese Initiative wurde nun als verfassungswidrig erklärt.

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Die Entscheidung durch den Supreme Court in Washington unter Vorsitz von Richter Anthony Scalia fiel keineswegs knapp aus: 7 zu 2 Stimmen lautete das Ergebnis des höchsten Verfassungsgerichts der USA. Demnach widerspreche es dem First Amendment , also dem Recht auf freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit, Computerspiele aufgrund ihrer Gewaltdarstellung für Jugendliche zu verbieten - sie müssen diesen Personengruppen unter 18 Jahren demnach auch im Bundesstaat Kalifornien weiterhin verkauft respektive an sie verliehen werden. Dies berichtet unter anderem CNN (mit Video). Richter Scalia bewertete die kalifornische Gesetzesinitiative als "overinclusive" - sie schieße über das Ziel hinaus. Zwar habe der Staat eine legitimes Interesse daran und die gesetzliche Verpflichtung dazu, Kinder vor ungeeigneten Gewaltdarstellungen zu schützen. Aber die Spieleindustrie komme diesem Auftrag bereits durch eine freiwillige, landesweite Kennzeichnung der Games nach deren Altersgemäßheit nach (wie das auch aus Spieletrailern bekannte "M for mature", so dass Eltern selbst entscheiden könnten, welche Spiele sie für ihre Kinder zulassen wollen und welche nicht. Der Supreme Court in den USA bewertet Computerspiele prinzipiell als Kunst und zieht zum Vergleich sogar die Brüder Grimm-Märchen heran, in denen es auch grausame Gewaltdarstellung gebe. Dass ausgerechnet Arnold Schwarzenegger als Hauptdarsteller in vielen gewalthaltigen Kinofilmen und darauf basierenden Computerspielen dieses Gesetz vorantreiben wollte, wird sicherlich als kurioses Detail in die Geschichte eingehen.

Info: CNN

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