886636

Disney schneidet besser als erwartet ab

03.08.2001 | 00:00 Uhr |

Die Walt Disney Company hat die Auswirkungen der schwachen US-Konjunktur mit Hilfe von Kostensenkungen ausgeglichen und hat für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2000/2001 etwas mehr verdient als von der Wall Street erwartet. Disney hatte die Streichung von 4000 Stellen angekündigt und verspricht sich jährliche Kostenersparnisse von 350 Millionen Dollar (rund 780 Mio DM/knapp 400 Mio Euro).

Wie Das Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss mitteilte, verdiente der amerikanische Unterhaltungs- und Medienkonzern in dem am 30. Juni beendeten Quartalsabschnitt mit seinen Filmstudios, Freizeitparks und Fernsehoperationen 392 Millionen Dollar gegenüber 361 Millionen Dollar in der Vorjahresvergleichszeit. Der Umsatz gab geringfügig auf 5,98 Milliarden Dollar nach gegenüber 6,05 Milliarden Dollar in der entsprechenden Vorjahreszeit. Die Aktien legten nachbörslich um 0,85 Dollar auf 27,35 Dollar zu.

Disney hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 19,5 (Vorjahresvergleichszeit: 19,3) Milliarden Dollar umgesetzt. Die Gesellschaft wies nach Sonderbelastungen einen Verlust von 94 Millionen Dollar aus gegenüber einem Gewinn von 957 Millionen Dollar in den ersten neun Monaten des vergangenen Geschäftsjahres.

«Disneys Gesamtleistung ist angesichts der schwachen Wirtschaft solide», sagte Firmenchef Michael D. Eisner. Er hob das starke Wachstum der Filmstudios hervor. Sie erhöhten mit Filmen wie «Pearl Harbour», «Spy Kids» und «Atlantis» ihren Quartalsumsatz um acht Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar. In den Freizeitparks hat Disney rigorose Kostenkontrolle betrieben und hat damit den Rückgang in den Besucherzahlen weitgehend ausgeglichen. Der Umsatz stagnierte mit 1,9 Milliarden Dollar.

Im Fernseh- und Medienbereich schrumpfte der Umsatz deutlich um sechs Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar, wobei sich bei dem Fernsehsender ABC, den anderen Disney-Fernsehoperationen und den Rundfunkstationen das schwache Werbeaufkommen, niedrigere Ratings und höhere Programmkosten bemerkbar machten.

Die Verbraucherprodukt-Sparte litt unter den schwächeren Umsätzen der Disney-Geschäfte. Der Umsatz fiel um drei Prozent auf 518 Millionen Dollar. Eisner verwies auf den gerade angekündigten Kauf von Fox Family Worldwide mit 81 Millionen Kabel- und Satellitenfernsehkunden für drei Milliarden Dollar in bar. Er hielt sich aber mit Angaben über ein angebliches Kaufinteresse von Disney an der AT&T-Kabelfernsehsparte zurück.

AT&T ist der größte Kabelfernsehsystem-Betreiber der USA und hat ein Kaufangebot der Kabelfernsehfirma Comcast von 44 Milliarden Dollar als unzureichend abgelehnt. Eisner wollte zu den Spekulationen keine Stellung nehmen. Er erklärte lediglich, dass man sicherlich die Augen offen halte. dpa

0 Kommentare zu diesem Artikel
886636