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Dissertation: Schärfentiefe erst nachträglich festlegen

31.10.2005 | 15:23 Uhr |

Fotografen müssen sich womöglich schon bald nicht mehr über unscharfe Bilder ärgern und können Objekte in ihrer vollen Tiefe scharf erfassen.

Theorie und praktische Ausführung zur "Light Field Photography with a Hand-Held Plenoptic Camera" stammen von Student Ren Ng vom Computer Graphics Laboratory der Universität Stanford, der zu diesem Thema jüngst seine Dissertation vorgelegt hat. Ng zeigte auch in der Praxis, dass das Fotografierverfahren mit einem zusätzlichen dünnen Gitter, das eine Schicht von zehntausend Miniaturlinsen enthält und auf der Ebene des herkömmlichen Bildsensors liegt, tatsächlich funktioniert. So lässt sich bei den mit der Spezialkamera aufgenommen Fotos der Fokuspunkt nachträglich beliebig verändern, so dass etwa ein völlig verschwommener Hintergrund plötzlich scharf wird oder das versehentlich unscharfe Gesicht im Vordergrund jetzt ganz klar und deutlich erscheint. Auch die Industrie habe schon nachgefragt, um dieses Verfahren serienreif einsetzen zu können. Ein Problem dabei scheint bislang im extremen Herunterrechnen der Auflösung zu bestehen - so sollen von ursprünglich 16 Megapixel nur noch 0,1 übrig bleiben, um die "Refocusing"-Technik im großen Stil anwenden zu können. Es sind allerdings weniger extreme Anwendungen denkbar, die etwa nicht über die ganze "Tiefe" gehen, sondern nur leicht unscharfe Fotos oder Elemente davon nachträglich korrigieren. Ein ausführlicher Bericht dazu und zur zu Grunde liegenden Technik findet sich bei Spiegel Online . Das Verfahren in bewegten Bildern zeigt ein WMV-Video mit beeindruckenden Beispielen.

Info: Stanford Computer Graphics Laboratory

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