Von Daniel Kottmair - 03.11.2004, 16:55

Doppel-Grafikkarte auch von ATI?

Der kanadische 3D-Chip-Hersteller ATI will Nvidia das Feld nicht kampflos überlassen und arbeitet an einer eigenen SLI-Lösung.

Nvidia sorgte mit der Vorstellung des Geforce 6800 und PCI Express für Aufsehen als sie ankündigten, SLI wiederaufleben zu lassen. SLI (Scalable Link Interface) wurde schon 1998 von der später von Nvidia aufgekauften Grafikchipschmiede 3dfx vorgestellt, nur bedeutete es damals "Scan Line Interleaving". Es handelt sich dabei um die Technik zwei Grafikkarten im Gespann in zwei Steckplätzen gleichzeitig die Bildberechnung erledigen zu lassen und auf einem Monitor auszugeben. Nvidia verspricht durch diese Technik fast eine Verdoppelung der 3D-Leistung (87% mehr), erste Systeme mit der Technik kommen bald in den Handel - zu einem sehr stolzen Preis.
Da normales PCI für aktuelle Grafikchips nicht schnell genug ist und AGP immer als einzelner Steckplatz geplant war dauerte es bis zur Vorstellung des schnellen PCI Express um diesem Konzept einen zweiten Frühling zu bescheren. Der britischen Branchenseite The Inquirer zufolge baut ATI nun angeblich an einer im zweiten Quartal 2005 verfügbaren Kopie der Nvidia-Technik. Laut The Inquirer wurde eine Zwei-Chip-Lösung für eine Karte wie ATI sie schon einmal mit dem Rage Fury Maxx 1999 im Programm hatte verworfen. Die kanadische 3D-Chip-Schmiede bevorzugt den Nachbau der Nvidia-Technik unter eigenem Namen, die von einem speziell darauf zugeschnittenen Chipsatz der auch den Pentium 4 unterstützt begleitet wird.
Wann das für Core Image, Core Video und Motion ideal geeignete PCI Express von Apple in den Powermac G5 verbaut wird ist noch unklar. Ebenso unklar ist, ob die Zwei-Karten-Lösungen von ATI und Nvidia dann auch für den Mac verfügbar sein werden. Dank 133 MHz 64-Bit-PCI-X wären heutige G5 im Gegensatz zu handelsüblichen PCs, die nur über das achtmal langsamere 33MHz 32-Bit-PCI verfügen eigentlich jetzt schon für SLI-Lösungen geeignet. Aber der Entwicklungsaufwand für eine vergleichsweise kleine Zielgruppe wie die Powermac G5-Besitzer ist für die Grafikkartenhersteller aller Voraussicht nach nicht rentabel.
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