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Von Peter Müller, Marlene Buschbeck-Idlachemi - 05.03.2007, 13:29

Dossier: Streit um den iTunes Store

Steve Jobs’ offener Brief „Gedanken über Musik“ zieht Kreise – die Konkurrenz stimmt den Forderungen zur Abschaffung des Kopierschutzes des Apple-CEO weitgehend zu, die Musikindustrie lehnt sie ab. Besonders in Europa stören sich Verbraucherschutzorganisationen an dem geschlossenen System von iPod und iTunes. Wir fassen den Stand der Dinge zusammen und geben einen Ausblick auf die Zukunft des DRM.

Die Ausgangssituation

Im April 2003 ging mit der iTunes Music Store als eines der ersten legalen Downloadangebote für Musik in das Netz. Der iPod war damals zwar schon der mit Abstand meistverkaufte Festplattenplayer, doch erst mit dem iPod Mini und später dem iPod Shuffle steigerte Apple den iPod-Absatz auf mehrere Millionen Geräte pro Quartal. Mit dem iPod boomte auch der iTunes Music Store, der mittlerweile mehr als zwei Milliarden Songs weltweit verkauft hat.
Die Musikindustrie hält seit Jahren das Internet für den Hauptgrund ihres Niedergangs, illegale Downloads verhageln nach Ansicht der Musikmanager ein Geschäft, das an stetiges Wachstum gewöhnt war. Kein Wunder, dass die Rechteinhaber einerseits mit rechtlichen Mitteln gegen Tauschbörsen und ihre Nutzer vorgehen und auf der anderen Seite auf wirkungsvollen Kopierschutz bestehen. Und genau hier entsteht der Konflikt, den Steve Jobs in seinen „Gedanken zur Musik“ beschreibt.

Kopierschutz und Datensicherheit

Schon zum Start des iTunes Music Store machte Steve Jobs klar, wen er als Konkurrenten betrachtete: Die illegalen Angebote im Netz. Um sich von diesen zu unterscheiden, will Apple mit hoher Downloadqualität, kurzen Ladezeiten und der nahtlosen Verbindung von iTunes, iTunes Store und iPod punkten. Der Erfolg gibt Apple anscheinend Recht: Mit dem iTunes Store kontrolliert Apple rund 80 Prozent des legalen Downloadmarktes. Die skeptischen Manager von EMI, Universal, Sony BMG und Warner hat Apple mit seinem Digitalen Rechtemanagement (DRM) Fairplay überzeugt: Online gekaufte Musik darf der Anwender auf bis zu fünf Rechnern abspielen und die gleiche Playlist zehnmal brennen – genug für Sicherungskopien und der privaten Weitergabe an Freunde und Bekannte, zu wenig für den kommerziellen Missbrauch. Und vor allem lassen sich im iTunes Store gekaufte Songs auf beliebig viele iPods übertragen – aber eben nur auf iPods. Und jetzt treten Verbraucherschützer und Wettbewerbshüter auf den Plan.
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