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Druck auf Yahoo nach der gescheiterten Übernahme

05.05.2008 | 13:49 Uhr |

Nach der gescheiterten Milliardenübernahme durch Microsoft drohen dem Internet-Konzern Yahoo ein Kurssturz und massiver Streit mit Aktionären.

Unter Hochdruck sucht Yahoo-Chef Jerry Yang für weiteres Wachstum nach Bündnispartnern wie dem Suchmaschinen-Riesen Google. Microsoft könnte unterdessen Experten zufolge statt Yahoo eine Reihe kleinerer Web-Unternehmen für Zukäufe ins Visier nehmen. Der Kurs der Yahoo-Aktie brach bis Montagmittag an den deutschen Börsen um fast zwanzig Prozent ein. Im vorbörslichen Handel in den USA stürzte die Aktie noch stärker auf 22,75 Dollar ab. Mehrere Banken senkten bereits ihre Einstufungen der Yahoo-Aktie.

Der Softwareriese Microsoft hatte am Wochenende zuletzt 33 Dollar je Yahoo-Aktie geboten. Die Yahoo-Spitze verlangte aber Microsoft zufolge mindestens 37 Dollar oder insgesamt weit über 50 Milliarden Dollar (32,4 Mrd Euro). Daraufhin zog der Windows-Konzern sein Angebot offiziell zurück. Mit dem Kauf wollte Microsoft die Dominanz des Rivalen Google bei Online-Suche und Internet-Werbung brechen.

Das Angebot hätte für Yahoo-Aktionäre einen Gewinn von mehr als 70 Prozent gegenüber dem Kurs vor der Offerte Ende Januar bedeutet. Großinvestoren äußerten bereits massive Verärgerung über die Yahoo- Führung. Eine Zustimmung wichtiger Anteilseigner zu einem Kaufpreis von etwa 35 Dollar wäre gut möglich gewesen, deutete der zweitgrößte Yahoo-Anteilseigner, der Vermögensverwalter Legg Mason, in einem Interview der New York Times an.

Bereits vor dem Platzen der Übernahme hatten Aktionäre gegen die Yahoo-Führung wegen ihres Widerstands geklagt. Der im vergangenen Sommer in den Chefsessel zurückgekehrte Firmengründer Yang steht zudem wegen die Börse enttäuschender Gewinne unter Druck. Yahoo strich zuletzt Stellen.

Seit gut zwei Wochen testet Yahoo eine Kooperation mit Google bei Suchanzeigen. Eine dauerhafte Vereinbarung könnte noch diese Woche unterschriftsreif sein, hieß es in US-Medien. Wettbewerbshüter könnten jedoch Bedenken anmelden. Yahoo spricht nach den Berichten zudem noch immer mit dem Internet-Portal AOL aus dem Time-Warner- Konzern über eine mögliche Allianz. Auch Microsoft könnte sich nun Experten Gerüchten zufolge für AOL interessieren.

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