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Dubai fordert Entschädigung für Scheitern der Chipfabrik

16.03.2004 | 11:18 Uhr |

FRANKFURT/ODER - Das Emirat Dubai verlangt nach einem Bericht der "Märkischen Oderzeitung" (Dienstag) Entschädigungen für das Scheitern der in Frankfurt/Oder geplanten Chipfabrik.

Dubai habe 145 Millionen Dollar in das Projekt investiert. Diese Summe soll der Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate, Ali Mohammed Alzarooni, bei einer Begegnung mit Brandenburgs Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) zurückgefordert haben.

Alzarooni habe sich vom politischen Management der Regierungen in Potsdam und Berlin bei der Chipfabrik enttäuscht gezeigt. Das Ergebnis der fast dreijährigen Zusammenarbeit soll er als "Vertrauensbruch" gewertet haben. Das Treffen mit Junghanns hat nach den Informationen der Zeitung in der vergangenen Woche stattgefunden. Sie beruft sich in ihrem Bericht auf diplomatische Kreise in Berlin.

Dubais Verärgerung soll maßgeblich auf den Staatsbesuch von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) in dem Emirat zurückgehen. Dort habe er noch im Oktober 2003 dem Regierungschef Dubais versichert: "Ihr Investment ist bei uns in guten Händen." Die Errichtung der Chipfabrik mit einem Investitionsvolumen von 1,3 Milliarden Euro war Ende vergangenen Jahres endgültig gescheitert, nachdem die Bundesregierung eine Bürgschaft verweigert hatte. Eine Stellungnahme des Wirtschaftsministeriums zu dem Bericht war zunächst nicht zu erhalten.

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