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E-Book-Prozess gegen Apple hat begonnen

04.06.2013 | 10:42 Uhr |

Seit Montag verteidigt sich Apple in New York einem Prozess gegen den Vorwurf, ein Kartell mit Buchverlagen eingegangen zu sein, um die Preise für E-Books zu erhöhen.

Den Vorwurf hatte das US-Justizministerium (Departement of Justice, DOJ) erhoben . Apple habe sich mit den fünf Verlagen Penguin Group, HarperCollins, Simon & Schuster, Hachette und Macmillan abgesprochen, um die Preise für elektronische Bücher zu kontrollieren. Dazu habe Apple das vom iTunes Store bekannte Agenturmodell auf den Buchmarkt ausgeweitet, darin legen die Publisher die Preise fest und der Händler - in diesem Fall Apple - bekommt für seine Dienste eine Provision. Apple setzte zudem zur Bedingung, dass E-Books woanders nicht günstiger sein dürften als im iBooksstore, der Handel konnte die Preise also nicht selbst festsetzen. Apple und die Verlage haben in der Vergangenheit stets damit argumentiert, mit dem Vertriebsmodell das Quasimonopol von Amazon brechen zu wollen, das 2009 einen Marktanteil von rund 90 Prozent auf sich vereinte. Amazon setzte die Preise für die meisten E-Books mit 9,99 US-Dollar fest, teilweise unter dem Einkaufspreis.Mit dem iBooksstore hätten die Verlage jedoch ein Druckmittel gehabt, Amazon ebenso zu einem Agenturmodell zu zwingen. E-Books wollten die Publisher zudem erst geraume zeit nach Erscheinen der Hardcoverausgabe herausbringen.

Während sich die Verlage mit dem Kläger DOJ jedoch mittlerweile vergleichen haben, wollte es Apple auf einen Prozess ankommen lassen. "Es gibt sich keine zwei Meinungen darüber, dass die Verleger die Preise für E-Books haben erhöhen wollen und Apple dabei mit ihnen konspirierte," eröffnete der DOJ-Anwalt Lawrence Buterman das Verfahren. "Apple hat lange auf diesen Tag gewartet," meint hingegen der von Apple beauftrage Anwalt Orin Snyder von der Kanzlei Gibson, Dunn & Crutcher. "Apple stellt sich dem Gericht, weil es nichts falsch gemacht hat." Das DOJ ist jedoch der Ansicht, Apple und die fünf Verlage hätten ihre Marktmacht dazu ausgenutzt, um die Preise für E-Books zu erhöhen, was auch gelungen sei: Um fast 20 Prozent stiegen die Preise für E-Books der fünf Verlage.

Richterin Denise Coute hatte im Vorfeld des Prozesses bereits klar gestellt, dass sie der Position der Kläger höhere Chancen einräumt: "Ich denke, die Regierung wird zeigen, dass Apple an einer Verschwörung zu Erhöhung der Preise aktiv teilgenommen hat." Es handele sich hier klar um einen Prozess um Preisabsprachen. Anwalt Snyder hatte die Richterin gebeten, ihre vorläufigen Schlussfolgerungen zurück zu ziehen, diese entgegnete jedoch, beide beteiligten Parteien hätten sie um ihre Einschätzung gebeten. Ein Urteil gegen Apple sei dadurch noch nicht gefällt, sie werde alle Zeugenaussagen hören und sich von Beweisen leiten lassen.

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