1012973

Amazon startet zweite Generation seines E-Book-Lesegeräts Kindle

10.02.2009 | 10:54 Uhr |

Der weltgrößte Online-Einzelhändler Amazon.com will mit der zweiten Generation seines E-Book-Lesegeräts Kindle dem Markt für elektronische Bücher einen weiteren Schub geben. Der US- Konzern stellte das neue E-Book am Montag in New York für den US- Markt vor. Diese zweite Version ist dünner, hat eine längere Batterielaufzeit, einen besseren Bildschirm und fasst nach Amazon- Angaben bis zu 1500 digitale Bücher. Außerdem kann das Gerät den Inhalt von Büchern oder Artikeln vorlesen.

Ein neues Werk des Besteller-Autors Stephen King, in dem auch ein Kindle-Gerät eine Rolle spielt, solle nur über den E-Reader erhältlich sein, kündigte Amazon bei der Präsentation in New York weiter an. Das Gerät soll in den USA wie die Vorgänger-Version 359 Dollar kosten und am 24. Februar auf den Markt kommen.

E-Books machen bisher nur etwa ein Prozent der Buchverkäufe aus - die Branche richtet sich aber auf ein rasantes Wachstum ein. Auch die Zeitungsverlage hoffen in Zeiten sinkender Auflagen, ihren Blättern auf elektronischen Lesegeräten neue Perspektiven zu eröffnen.

Amazon hatte sein Lesegerät erstmals Ende 2007 in den USA auf den Markt gebracht. In Deutschland ist es noch nicht zu haben - trotz einer umfangreichen Präsentation des Kindle auf der Frankfurter Buchmesse im vergangenen Herbst. Auch am Montag wurden keine Angaben zu einem möglichen Europa-Start gemacht. Der Konzern hat sich noch nie zum Absatz des Geräts geäußert und hüllte sich dazu auch am Montag in Schweigen. Zwei Analysten hatten geschätzt, Amazon könnte im vergangenen Jahr 375 000 bis 500 000 Geräte verkauft haben.

Wie das Vorgänger-Gerät lädt der Kindle 2 die Bücher über eine Mobilfunk-Verbindung direkt von Amazon. Der Online-Einzelhändler hat inzwischen 230 000 Titel im Angebot und will es weiter ausbauen. Die elektronischen Bücher sollen künftig nicht nur auf dem Kindle, sondern auch auf Lesegeräten anderer Anbieter nutzbar sein.

Mittlerweile sind mehrere Hersteller mit E-Book-Geräten am Start. Der Sony-Konzern will seinen «Reader PSR-505» ab Mitte März in Deutschland verkaufen. Die Japaner arbeiten dabei unter anderem eng mit der Buchhandelskette Thalia zusammen. Auch auf immer mehr Handys mit ihrem allerdings deutlich kleinerem Bildschirm lassen sich elektronische Bücher herunterladen - so etwa auf das iPhone von Apple oder auf Handys mit dem Betriebssystem Android, hinter dem der Internetkonzern Google mit zahlreichen Partnern steht. (dpa)

0 Kommentare zu diesem Artikel
1012973