1025939

Buchbranche sieht Kindle kritisch

07.10.2009 | 20:46 Uhr |

Der Spitzenverband der deutschen Buchbranche sieht den Verkaufsstart des Lesegeräts «Kindle» in Deutschland kritisch.

Kindle DX
Vergrößern Kindle DX
© Amazon

Prinzipiell sei man über jeden Anbieter froh, der das E-Book populärer mache. «Wir legen aber auch sehr großen Wert auf Verbraucher- und Datenschutz», betonte Ronald Schild vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Mittwoch in Frankfurt.

Einmal erworbene E-Book-Bücher müssten dem Leser - unabhängig vom Endgerät - dauerhaft zur Verfügung gestellt werden. Außerdem dürfe sich mit Blick auf den Datenschutz weder ein Anbieter von E-Books noch von Lesegeräten ein Bild davon machen können, «wann und in welchem Umfang und wie oft der Kunde ein Buch gelesen hat».

Mit dem Kindle-Gerät des amerikanischen Online-Einzelhändlers Amazon.com können nach Angaben Schilds derzeit nur bei Amazon gekaufte und heruntergeladene E-Books gelesen werden. Der Kunde könne sie auch nicht auf ein anderes Lesegerät kopieren. «Das ist so, als wenn sie sich eine CD-Sammlung aufbauen und plötzlich merken, Sie können ihre ganzen CDs nicht mehr abspielen, nur weil sie beim CD- Player den Hersteller gewechselt haben.»

Bei der Frage der Buchpreisbindung seien keine Probleme zu erwarten, da Amazon nur elektronische Bücher auf Englisch anbiete. Schild hat für den Börsenverein die E-Book-Plattform «libreka» aufgebaut, die nach Angaben des Branchenverbands zu den weltweit größten gehört. (dpa)

0 Kommentare zu diesem Artikel
1025939