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E-Mail-Test: Bundestagsabgeordnete durchgefallen

11.09.2000 | 00:00 Uhr |

Die Abgeordneten im Deutschen Bundestag sind Online-Muffel. Bei einem Test der Fachzeitschrift "Internet World" ignorierten die Volksvertreter das Kommunikationsmittel E-Mail weitgehend. Obwohl alle Abgeordneten über einen E-Mail-Anschluss verfügen, antwortete nur jeder Fünfte der angeschriebenen 50 Politiker überhaupt.

Inhaltlich beantwortete nach Auswertung der Zeitschrift nur ein einziger Testkandidat die Frage zufrieden stellend - der Internet-Experte Hans-Jörg Tauss von der SPD-Fraktion.

Die anderen 49 Abgeordneten, von Heiner Geißler (CDU) bis Franz Müntefering (SPD) und Jürgen Trittin (Grüne), leiteten die Anfrage zwar weiter, eine Antwort von den angeblich zuständigen Politikern oder Gremien erhielten die Tester im vorgegebenen Zeitraum von zwei Wochen aber nicht.

Beste Partei im Test waren die Grünen. Hier antworteten fünf von zehn angeschriebenen Abgeordneten. Bei der Unions-Fraktion sowie bei den Freidemokraten antworteten jeweils zwei Abgeordnete, bei der SPD meldete sich lediglich Internet-Fachmann Tauss zu Wort. Von der PDS kam innerhalb der 14 Tage keine einzige Antwort.

Die allgemeine Anfrage per E-Mail wurde von den Testern an 50 Politiker am 9. August von einem anonymen Mail-Konto an die bundestag.de-Adresse der Abgeordneten erstmals verschickt. Im Testfeld befanden sich jeweils 10 Politiker der fünf Bundestagsfraktionen SPD, CDU/CSU, FDP, Grüne und PDS. dpa

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