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EM 2004 wird multimedial

03.05.2004 | 10:18 Uhr |

Ein großes Fußballturnier können zu Hause gebliebene Fans nicht mehr nur per Fernsehübertragung oder durch die Zeitung miterleben.

Wenn am 12. Juni mit der Partie Portugal gegen Griechenland die Europameisterschaft gestartet wird, ist Multimedia angesagt: Die neuesten Nachrichten zum Geschehen in den Stadien Portugals werden auf dem Handy empfangen. Zahlen und Fakten zu allen Spielern lassen sich zwischendurch im Internet nachsehen. Und am PC kann die EM zwischen den Live-Übertragungen nachgespielt werden.

Das volle Programm liefert zum Beispiel der Online-Dienst AOL: "Wir werden neben Ergebnissen und Spielberichten auch Porträts der Teams auf unseren Seiten haben», sagt Pressesprecher Tobias Riepe in Hamburg. In einem so genannten EM-Magazin will der Internet-Anbieter zudem die Spielstätten vorstellen. In Foren sollen die Fans zum Beispiel über den besten Spieler abstimmen können. "Außerdem bieten wir einen Ergebnis-Service per SMS.»

Auch das Handy lässt sich für die EM auf Trab bringen - etwa mit Klingeltönen, bei denen Fangesänge abgespielt werden oder die Pfeife des Schiedsrichters ertönt. Solche Gimmicks bietet zum Beispiel das Mobilfunkportal Jamba! (Berlin) an. "Wir werden außerdem Videoclips, etwa mit dem Tor des Tages, für alle Java-fähigen Handys anbieten", sagt Sprecher Tilo Bonow. Das Herunterladen eines solchen Kurzfilms kostet 99 Cent.

Der Mobilfunkanbieter T-Mobile denkt ebenfalls an die Fußballfreunde mit Handy. Nach Angaben von Sprecherin Marion Kessing in Bonn wird T-Mobile verschiedene Info-Pakete bereithalten: "Der Fan kann wählen, ob er Nachrichten zu einem Team oder zu mehreren haben möchte." Die Meldungen bekommt er dann je nach Wunsch automatisch als SMS oder MMS zugeschickt.

Die Aufbereitung der Torszenen dauere ein wenig, so Kessing. Aber nach zwei bis drei Minuten lässt sich ein Treffer auf dem Handy betrachten. Unabhängig vom gebuchten Paket können T-Online-Kunden jederzeit das mobile Portal des Providers, "t-zones", aufrufen und dort Torszenen herunterladen oder den Newsticker lesen.

Als Videospiel für den PC sowie für die Spielekonsolen Playstation 2 und Xbox hat Electronic Arts (EA) in Köln die Europameisterschaft aufbereitet. In "UEFA EURO 2004" sucht sich der Spieler seine Lieblingsmannschaft aus und spielt dann im Championship-Modus die Qualifikation, notfalls auch die Relegation und schließlich das Turnier selbst.

Schon zu mehreren Europa- und Weltmeisterschaften hat EA das offizielle Videospiel herausgebracht. Das aktuelle enthält neben der Darstellung der portugiesischen Stadien auch im Spielgeschehen eine Neuerung. So wurden zehn neue Bewegungsbefehle eingebaut, mit denen die Akteure aus Bits und Bytes gelenkt werden können. "UEFA EURO 2004" kommt nach Angaben des Herstellers Anfang Mai in den Handel. Die PC-Version kostet 49,95 Euro, das Konsolenspiel 10 Euro mehr.

Zur Vorbereitung auf das Turnier gehört für den Fan auch ein Besuch auf der offiziellen Website, die der europäische Fußballverband Uefa ins Netz gestellt hat. Unter www.euro2004.com findet sich unter anderem reichlich statistisches Zahlenwerk. Der aufmerksame Leser erfährt beispielweise, dass Werder Bremens Stürmer Angelos Charisteas in seinem ersten Spiel für die griechische Nationalmannschaft bereits nach zwei Minuten ein Tor geschossen hat.

In der Rubrik "Geschichte" zeigt sich einmal mehr, dass die bisherige EM-Bilanz der DFB-Auswahl vergleichsweise erfolgreich ausfällt: Im Endspiel 1972 wurde die UDSSR mit 3:0 besiegt, acht Jahre hatte "Kopfballungeheuer" Horst Hrubesch entscheidenden Anteil am Finalsieg über Belgien, und 1996 konnte die deutsche Nationalmannschaft den Gewinn der Europameisterschaft nach einem 2:1 über Tschechien feiern.

Weiter werden auf der offiziellen Seite die Spielorte vorgestellt. Zudem haben die Nutzer die Möglichkeit, ihr Tor und ihren Spieler des Turniers zu wählen. Ein zusätzlicher Newsletter soll Fußballfans stets auf dem aktuellsten Stand der Dinge halten. Über die deutsche Elf und ihre Spiele bei der EM berichtet auch der Deutsche Fußball-Bund (Frankfurt/Main) auf seiner Website www.dfb.de .

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