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EMI Music bietet Titel im iTunes Store DRM-frei an

02.04.2007 | 14:29 Uhr |

Vielleicht hat Steve Jobs mit seinem Vorstoß ja Recht behalten: DRM (Digital Rights Management) könnte ein Auslaufmodell werden. Mit EMI bietet ein erster Partner gegen Aufpreis DRM freie Titel an.

Als erster der vier großen Musikkonzerne hat heute die EMI-Gruppe angekündigt, in Zukunft auf den Kopierschutz zu verzichten - allerdings nur alternativ und zu etwas höheren Preisen. Als erster wird Apples iTunes Store DRM-freie Musik aus dem EMI-Repertoire aufnehmen - und zwar bereits ab heute.

Gegen Aufpreis: Doppelte Bitrate und kein Kopierschutz

Als erster wird Apples iTunes Store DRM-freie Musik aus dem EMI-Repertoire aufnehmen - noch im Mai sollen alle EMI-Titel alternativ ohne Kopierschutz zur Verfügung stehen. Die ausgewählten "Premium Downloads" wird Apple in deutlich besserer Qualität zum Download anbieten, für 1,29 Euro pro Titel. Auch Upgrades für bestehende Musikbibliotheken bietet iTunes an: Zum Aufpreis von 30 Cent pro Titel können Kunden den DRM-Schutz entfernen und ihre Musik zugleich in besserer Qualität erhalten.

Musikindustrie noch unsicher: Doppelstrategie im iTS

Alle "Premium Downloads" wird es weiterhin auch DRM-geschützt zu kaufen geben, zum bisherigen Standard-Preis von 99 Euro-Cent. Nicht verändern wird sich der Preis ganzer Alben: Sie lassen sich nur noch in einer höheren Qualität und mit einer Bitrate von 256 Kilobit pro Sekunde kaufen - und sind für weiterhin 9,99 Euro immer vom Kopierschutz befreit. Auch Musikvideos wird EMI in Zukunft alle DRM-frei anbieten - ebenfalls ohne Preissteigerung.
Steve Jobs rechnet damit, bis Ende des Jahres die Hälfte aller Titel im iTunes Store DRM-frei anbieten zu können: „Unsere Kunden werden das lieben.“ Jobs hatte im Februar die Verantwortlichen der Musikindustrie in einem offenen Brief aufgefordert, auf einen Kopierschutz generell zu verzichten. Die gängigen Systeme würden ohnehin nicht verhindern, dass Musik illegal kopiert werde.

Mit Kopierschutzvorkehrungen (Digital Rights Management/DRM) versucht die Musik-Industrie, Piraterie in großem Stil zu verhindern. Die verschiedenen Kopierschutzsysteme sorgen allerdings auch dafür, dass Verbraucher ihre gekauften Songs nicht einfach auf allen Playern nutzen können. So können Songs aus dem iTunes Store nur auf dem iPod mobil abgespielt werden. Damit, so die Befürchtung der Musikindustrie, wird aber auch das Geschäft mit Online-Musik selbst ausgebremst.

In Deutschland dürfte in diesem Jahr so viel Musik heruntergeladen werden wie nie zuvor. Die Zahl der Downloads werde von 26 Millionen im Vorjahr auf 33 Millionen Einzelsongs und Alben steigen, teilte der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) mit. Die Umsätze würden mit 60 Millionen Euro erstmals die Marke von 50 Millionen überschreiten. „Verzichten die Plattenlabels künftig tatsächlich auf einen Kopierschutz, so läutet das Jahr 2007 einen grundlegenden Richtungswechsel beim Online- Vertrieb von Musik ein“, sagte BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder in Berlin. Derzeit liege der Anteil am gesamten Musikmarkt im einstelligen Prozentbereich.

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