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EMI und Time Warner verteidigen Fusion in Brüssel

06.09.2000 | 00:00 Uhr |

Die Londoner EMI Group und der US-Medienriese Time
Warner haben am Mittwoch in Brüssel für ihre Fusion zum größten
Musikkonzern der Welt geworben. Der direkte Konkurrent Bertelsmann
aus Deutschland trat bei einer Anhörung der EU-Wettbewerbsbehörde
nicht auf, verlautete am Mittwoch aus Brüsseler Branchenkreisen.

Das Fusionsvorhaben wird von der Brüsseler EU-Kommission geprüft.
Sie befürchtet unter anderem eine dominante Stellung bei der
digitalen Übertragung von Musik über das Internet. Branchenbeobachter
erwarten, dass die Konzerne Konzessionen machen müssen. Auch ein
rotes Licht der Kommission wird nicht mehr ausgeschlossen. Die
Kommission äußerte sich bisher nicht offiziell zu diesen
Spekulationen.

Die Frist für das Einreichen von Konzessionen in diesem Fall endet
in knapp zwei Wochen. Die Kommission will bis zum 18. Oktober
entscheiden. Bei der nicht-öffentlichen Anhörung der Kommission
können Konkurrenten der Fusionskonzerne Bedenken äußern. Bei EMI sind
unter anderem die Spice Girls und die Rolling Stones unter Vertrag.

Der Zusammenschluss des Medienkonzerns Time Warner mit dem
Onlinedienst AOL wird in Brüssel in einem anderem Wettbewerbs-
Verfahren geprüft. Eine Anhörung ist dazu für den (morgigen)
Donnerstag geplant. Gegen das Vorhaben gibt es nach Medienberichten
auch erhebliche Vorbehalte der Wettbewerbshüter in den USA.
dpa

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