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Mozilla schließt sich der EU-Klage gegen Microsoft an

10.02.2009 | 10:09 Uhr |

Die Klage wegen Kartellbildung durch Einbindung von IE in das Betriebssystem läuft bereits seit Dezember 2007. Aber die Vorgängerklage gegen Microsoft wegen Einbindung von Media Player brauchte drei Jahre zum Erfolg.

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Die Europäische Kommission hat Mozilla, den Entwicklern des lizenzfreien Webbrowsers Firefox, das Recht zugesprochen, sich der Klage gegen Microsoft wegen Wettbewerbsverzerrung und Kartellbildung anzuschließen. Dies berichtete ein Pressesprecher von Mozilla am letzten Montag.

Die EU-Kommission ist Europas höchste Instanz gegen Kartellbildung. Opera aus Norwegen ist der Hauptkläger und beschuldigt Microsoft mit der ausschließlichen Einbindung von Internet Explorer ins Betriebssystem Windows die Konkurrenz für Webbrowser zu unterdrücken. Wenn die Klage Erfolg hat muss Microsoft seine Internet-Explorer-Einbindung entfernen und eine Strafe wegen Monopol-Missbrauch zahlen.

Mozilla tritt nicht als Kläger auf, sondern als interessierte dritte Partei. Mitchell Baker, Direktorin von Mozilla, veröffentlichte in einem Blog, dass Mozilla der EU-Kommission "sein Fachwissen zur Verfügung stellen wird, welche Abhilfe und Lösungen angemessen sind." Laut Baker besteht nicht der geringste Zweifel, dass Microsoft gegen das Wettbewerbsrecht verstößt und letztendlich die Auswahl und das Angebot für Kunden beeinträchtigt.

Gemäß einer Statistik von Xitimonitor von November 2008 liegt der Anteil der Benutzung von Webbrowsern in Europa bei 59,5 Prozent für IE, 31,1 Prozent für Firefox, 5,1 für Opera, 2,5 für Safari und 1,1 für den neuen Browser Chrome von Google. Google und Apple haben noch keinen Kommentar abgegeben, ob auch sie sich der Klage gegen Microsoft anschließen wollen.

In 2007 verzeichnete die EU-Kommission einen ersten Erfolg mit einer Monopolbildungs-Klage gegen Microsofts Einbindung des Media Players. Nach drei Jahren endete es für Microsoft mit einer Strafzahlung in Höhe von 497 Millionen Euro und der Auflage, sein Betriebssysteme alternativ auch ohne Media Player anzubieten. Beide Windows-Versionen wurden letztendlich aber zum gleichen Preis verkauft und boten somit keinen Anreiz, auf den Media Player zu verzichten.

Für die Webbrowser-Klage hofft Jon von Tetzchner, der Geschäftsführer von Opera, auf eine elegantere Lösung. "Um dem Kunden eine echte Wahl zu lassen, muss nicht nur IE entfernt werden, sondern dem Kunden einen Konkurrenz-Webbrowser, oder besser eine ganze Liste von Webbrowsern, zur Auswahl angeboten werden", skizziert Tetzchner in einem IDG-Interview.

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