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EU-Kommission angeblich gegen Fusion AOL/Time Warner

19.09.2000 | 00:00 Uhr |

Die EU-Kommission droht nach Presseberichten mit einer Blockade der Fusion von AOL und Time Warner, falls die beiden amerikanischen Unternehmen nicht größere Konzessionen anbieten. Wie die "Financial Times»" und das "Wall Street Journal" am Dienstag berichteten, hat die Kommission einen Entwurf fertig gestellt, in dem die Unternehmen zu einer Verringerung ihrer marktbeherrschenden Stellung in Europa aufgefordert werden. Ein Sprecher der Kommission sagte, dass es ein normaler Vorgang sei, dies Papier im gegenwärtigen Stadium zu verbreiten.

AOL und Time Warner haben bis zum Sonntag Zeit, ihre Vorschläge für die milliardenschwere Fusion zu machen. Laut "Wall Street Journal" sagte AOL, man vertraue darauf, dass die Gespräche mit der EU erfolgreich beendet werden.

Am Montag hatten Verantwortliche des Londoner Musikkonzerns EMI EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti Konzessionen für die geplante Fusion mit Time-Warner angeboten. Der Konzern muss die Offerte bis Dienstagabend einreichen. EMI und Time-Warner wollen zum größten Musikkonzern der Welt fusionieren. Brüssel sieht das Fusionsvorhaben ausgesprochen kritisch. Ein Verbot wird nach inoffiziellen Angaben inzwischen nicht mehr ausgeschlossen. Die Kommission fürchtet eine dominierende Stellung nur einiger weniger Konzerne im Musikgeschäft.

Die Kommission muss bis zum 18. Oktober entscheiden, ob sie die Fusion verbietet oder erlaubt. Die Entscheidungsfrist für die "große Fusion" zwischen dem Onlinedienst AOL und Time-Warner endet am 24. Oktober. dpa/ab

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