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EU-Prozess: Microsoft hat modifiziertes Windows fertig

28.09.2004 | 07:51 Uhr |

Und es geht doch: Microsoft wäre in der Lage, ein modifiziertes Windows-Betriebssystem ohne Windows Media Player auf den Markt zu bringen, falls es in Europa dazu verdonnert würde.

"Wir haben in den vergangenen Monaten Millionen ausgegeben", um das Betriebssystem entsprechend zu modifizieren, erklärte heute Generaljustiziar Brad Smith.

Die Europäische Kommission hatte den Softwarekonzern aus kartellrechtlichen Gründen zu einer Geldstrafe von 497 Millionen Euro, der Herausgabe bestimmter Code-Details sowie einem Unbundling des Windows Media Player vom Betriebssystem verurteilt. Dagegen prozessiert Microsoft bei Luxemburger EU-Berufungsgericht. Dieses muss entscheiden, on es die Sanktionen bis zu einem endgültigen Urteil aussetzt, was noch Jahre auf sich warten lassen könnte.

Microsoft hatte in der Vergangenheit erklärt, eine Entkopplung von Windows und Media Player sei kaum zu machen - offenbar ist dies technisch aber nun doch möglich. Das Unternehmen erklärte außerdem, es sei dem Ersuchen des in Luxemburg vorsitzenden Richters Bo Vesterdorf nachgekommen und habe Informationen über sein geistiges Eigentum an Systemen zur Kommunikation zwischen Computern vorgelegt. Darunter befinden sich laut Smith Patente, Copyrights und Geschäftsgeheimnisse.

Unabhängig davon teilte Microsoft mit, es bringe sein verbilligtes "Starter-Edition"-Windows Anfang 2005 auch auf den russischen Markt. Zuvor bot der Konzern das teilweise vorkonfigurierte und mit erweiterten Hilfefunktionen versehene Windows XP bereits in Thailand, Malaysia und Indonesien an - allesamt Märkte, in denen er aufgrund des niedrigen Lebensstandards mit einer hohen Rate an Raubkopien zu kämpfen hatte. Ein weiteres Schwellenland, das in Kürze die Starter Edition erhalten soll, will Microsoft in Kürze bekannt geben. (tc)

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