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EU kritisiert In-App-Käufe

20.07.2014 | 16:44 Uhr |

Die europäische Kommission bezeichnet In-App-Käufe als ein legales Geschäftsmodell, das aber keinesfalls mit „kostenlosen“ Apps verwechselbar sein darf.

Die EU-Kommission kritisiert Apple, dass die Firma nicht genug tut, damit Anwender von kostenlosen Spielen - insbesondere Kinder - nicht in die teure In-App-Käufe-Falle laufen, berichtet BBC. Während die Spiele zunächst frei sind, können die Anwender in den Apps Extras kaufen, die im Spiel zum Beispiel besseres Vorankommen, höhere Spiele-Level oder mehr Werkzeuge und Optionen bieten.

Während die EU-Kommission neben Apple auch von Google fordert, dass jedem Anwender von vorneherein alle möglichen Kosten aufgeschlüsselt werden, ist Apple der einzige große App-Anbieter, der noch kein konkretes Versprechen zur Behebung des Problems gegeben hat. In einer Pressemitteilung beklagt die EU-Kommission, dass Apple zum Thema nur allgemein Stellung bezog, aber weder eine Frist noch einen Lösungsvorschlag ankündigte. Gegenwärtig fordern Verbraucherschutzorganisationen von Apple genau diese Zugeständnisse und die Kommission warnt, dass Apple im Zweifelsfall auch durch Gesetzte gezwungen werden kann, sich an die neuen europäischen Richtlinien zu halten. Google hingegen hat bereits versprochen, seine In-App-Richtlinien bis September zu überarbeiten.

Neue In-App-Regeln traten in der EU im letzten Dezember in Kraft:

-    „Kostenlose“ Spiele müssen alle Kosten preisgeben, die dem Anwender entstehen können.

-    Spiele dürfen Kinder nicht ermutigen, in-App-Käufe selbst zu tätigen oder einen Erwachsenen dazu zu überreden

-    Jeder Kauf, ob App oder In-App, bedarf der expliziten Zustimmung des Kunden und nicht als Voreinstellung zum automatischen Abbuchen konfiguriert sind

-    Jeder Verkäufer muss eine E-Mail-Adresse für Rückfragen oder Beschwerden von Kunden anbieten.

Due europäische Kommission betont, dass sogenannte Freemium-Apps, also freie Apps mit In-App-Kaufoptionen, nicht als „kostenlos“ vermarktet werden dürfen und alle Anbieter ihre Richtlinien für ihre App-Entwickler anpassen müssen, damit künftig vor allem Kinder nicht zum Kauf verleitet werden.

Ein Pressesprecher von Apple hingegen beteuert, dass die Firma weitaus bessere Kontrollmechanismen für Eltern bietet, als die Konkurrenz. Zum weiteren Ausbau dieses Schutzes arbeite Apple gegenwärtig an neuen Optionen in iOS 8, mit denen Eltern detailliert konfigurieren können, was Kinder im App Sture kaufen dürfen.

In der Vergangenheit hat haben sich In-App-Käufe als lukrativ erwiesen: Der Umsatz ist rasant gestiegen – und ebenso die Anzahl der Klagen von Kunden über unerwartet hohe Zusatzkosten. Die Hauptklage ist, dass es für Spieler, und insbesondere für Kinder, zu einfach ist, große Rechnungen auflaufen zu lassen. In Einzelfällen wurden Spiele angegriffen, die In-App-Käufe von mehreren hundert Euro ermutigen. Sowohl gegen Amazon, als auch Google und Apple laufen Prozesse, in denen Kunden über „Täuschungen“ und „teure Fallen“ klagen. Apple alleine hat im letzten Jahr, in Absprache mit der US-Handelsbehörde, insgesamt 32,5 Millionen US-Dollar an Eltern zurückerstattet.

Tiga, ein Handelsverband von Spiele-Entwicklern in Britannien, ist schärferen Richtlinien nicht abgeneigt, fordert aber, dass der Vertrieb der Apps mit In-App-Optionen trotz der möglichen Zusatzkosten als „kostenlos“ erlaubt sein soll. Laut den Statistiken von Tiga bleiben in der Tat diese Apps für 95 Prozent der Anwender kostenlos; nur fünf Prozent greifen zu In-App-Käufen.

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