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EU will Microsoft bestrafen

15.03.2004 | 15:57 Uhr |

Die EU-Staaten haben Brüssels Kommissar Mario Monti bei dessen spektakulärstem Wettbewerbsfall den Rücken gestärkt: der US-Softwarekonzern Microsoft soll nach Jahre langen Ermittlungen wegen vermuteten Marktmissbrauchs bestraft werden.

Das ergab ein Treffen von Wettbewerbsexperten am Montag in Brüssel im so genannten Beratenden Ausschuss, hieß es in Kommissionskreisen.
Am kommenden Montag (22. März) wird das Gremium über das Bußgeld beraten. Dieses steht noch nicht fest und soll nach Einschätzung von Beobachtern im unteren dreistelligen Millionenbereich liegen. Die Entscheidung der Kommission wird weiterhin für den 24. März erwartet. Das Votum des Ausschusses ist für Monti nicht bindend.
Dem Konzern drohen zudem Wettbewerbsauflagen der EU-Behörde. Sie hält die die Koppelung des Windows-PC-Betriebssystems mit dem Windows-Media-Player für bedenklich und will deshalb durchsetzen, dass Computerhersteller in Europa die Wahl haben zwischen Windows-Versionen mit und ohne Media-Player. Damit sollen Microsoft-Konkurrenten bei Programmen zum Abspielen von Musik eine Chance bekommen. An eine Auflage zur Auslieferung von Windows ohne Mediaplayer an Endkunden ist dem Vernehmen nach nicht mehr gedacht.
Zudem geht es bei dem EU-Verfahren um eine vermutete Ausweitung der beherrschenden Stellung von Microsoft bei PC-Betriebssystemen auf den Markt der einfachen Server-Betriebssysteme. Hier ist noch nicht endgültig klar, ob die Monti-Behörde ultimativ technische Angaben zu den so genannten Schnittstellen verlangt, um Konkurrenten bei den Servern den Wettbewerb zu Microsoft zu ermöglichen. Möglich sei immer noch eine einvernehmliche Lösung, hieß es.

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