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Google setzt bei 3D im Web auf WebGL

11.05.2010 | 11:51 Uhr |

Google hat sich in Sachen 3D-Grafik im Web entschlossen, voll auf den aufkommenden WebGL-Standard zu setzen.

Die eigenständige Weiterentwicklung des hauseigenen Konkurrenten O3D wird Google demnach aufgeben. "Da sind sehr gute Neuigikeiten für 3D im Web, dass ein Standard - WebGL - von allen Herstellern moderner Browser umgesetzt wird", begrüßt Mozilla-Europe-Präsident Tristan Nitot die Entscheidung gegenüber pressetext. Ganz aufgegeben wird O3D aber nicht, denn es soll als JavaScript-Bibliothek, die auf WebGL aufsetzt, weiterhin zusätzliche 3D-Möglichkeiten liefern.

WebGL ist eine Lösung, welche die Grafikspezifikation OpenGL nutzt und im Rahmen der Khronos Group unter federführender Mozilla -Beteiligung entwickelt wird. Ausführungen von Google-Entwicklern auf dem offiziellen Chromium Blog zufolge war der Konzern ursprünglich skeptisch, ob JavaScript schnell genug für diesen Ansatz sei. Daher habe man den O3D-Zugang für besser gehalten. Außerdem habe man befürchtet, dass fehlende OpenGL-Treiber auf Windows-Rechnern die Durchsetzung von WebGL behindern könnte.

Freilich war Google und insbesondere das O3D-Team von Anfang an an der WebGL-Entwicklung beteiligt und inzwischen sind die Bedenken offenbar ausgeräumt. JavaScript sei wesentlich schneller geworden. Für das Treiber-Problem wiederum hat Google selbst mit dem Projekt "ANGLE" eine Lösung in Aussicht gestellt. Somit wurde nun die schwere Entscheidung getroffen sich, O3D als eigenständige Entwicklung aufzugeben und sich voll hinter WebGL zu stellen.

Die bisherige Plug-in-Form von O3D bleibt auf zumindest ein Jahr für User und Entwickler verfügbar. Die Arbeit am Projekt soll auch langfristig nicht verloren gehen, geht sie doch in einer neuen JavaScript-Bibliothek auf. Da Browsern gewisse erforderliche Funktionalitäten fehlen, könnten derzeit allerdings nicht alle O3D-Features rein in JavaScript umgesetzt werden, so die Google-Entwickler. Man werde aber daran arbeiten, dem Browser die nötige Funktionalität zu geben.

"Damit ist in Zukunft WebGL der einzig möglich Standard", betont indes Nitot. An dessen Entwicklung sind auch Apple und Opera beteiligt und damit vier der fünf wichtigsten Browserhersteller. "Wir hoffen, dass irgendwann auch der Internet Explorer eine native WebGL-Unterstützung bietet. Ein klar gezeichneter Pfad zu einem Standard, der für alle modernen Browser umgesetzt wird, sollte ein deutlicher Anreiz für Microsoft sein", meint der Mozilla-Europe-Präsident. (pte/hal)

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