876612

Eigener Wertpapierhändler der Sparkassen im Internet

05.03.2001 | 00:00 Uhr |

Mit einem eigenen Wertpapierhändler im
Internet wollen die Sparkassen die Abwanderung von Anlegern zu den
Online-Brokern stoppen. Die öffentlich-rechtlichen Institute kommen
vom Sommer an mit einem bundesweiten Angebot auf den Markt, an dem
sich die Baden-Württemberger vorerst nicht beteiligen. Statt ein
neues Institut aufzubauen, haben die Sparkassen die Duisburger Pulsiv
AG übernommen. Damit könne der Marktstart nun von Herbst auf Ende
Juli vorgezogen werden, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen-
und Giroverbandes, Dietrich Hoppenstedt, am Montag in Frankfurt.

Die Sparkassen treffen auf einen dicht besetzten Markt, auf dem
zudem angesichts des rapiden Kursverfalls der vergangenen Monate die
Euphorie verflogen ist. Hoppenstedt vertrat aber die Ansicht, dass
die Öffentlich-rechtlichen Institute auch im Wertpapiergeschäft via
Internet Marktführer werden können. Die Pulsiv AG bringt es seit
ihrem Start vor knapp einem Jahr zwar nur auf 20 000 Kunden und 90
Beschäftigte. «Wir kaufen aber eine funktionierende Infrastruktur,
die dem geplanten Wachstum standhalten kann», sind die Sparkassen
überzeugt. Über den Kaufpreis wird Stillschweigen bewahrt. Mit dem
Kauf werde aber nicht der Rahmen von 300 Millionen DM für das eigene
Online-Wertpapierhaus gesprengt.

Der Online-Wertpapierhandel ergänzt das Filialnetz der 576
Sparkassen sowie deren bisherige Internet-Angebote, die allerdings
bislang keinen Wertpapierhandel am heimischem PC ermöglichten. Die
Pulsiv AG gehörte bislang zu 70 Prozent der Düsseldorfer Privatbank
HSBC Trinkaus & Burckhardt, die übrigen Anteile hielten zu gleichen
Teilen der Versicherungsriese HUK Coburg, die Heyde AG sowie der
Wertpapierhändler Lang & Schwarz. Zunächst werden 90 Prozent
treuhänderisch von sechs Großsparkassen. Später sollen die Anteile
auf eine bereits bei dem Sparkasseninstitut DGZ DekaBank gegründete
Beteiligungsgesellschaft übertragen werden.
dpa

0 Kommentare zu diesem Artikel
876612