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Ein Jahr danach: Apple und der Intel-Switch

08.06.2006 | 15:06 Uhr |

Am 6. Juni 2005 überraschte Apple-Ceo Steve Jobs mit der Ankündigung des Wechsels des Prozessorlieferanten. Den Intel-Switch hatten Experten auf Einladung von Macwelt schon im vorigen Jahr auf der MacExpo heiß diskutiert, heute ist es an der Zeit, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen.

MacExpo 2006: Expertengespräch
Vergrößern MacExpo 2006: Expertengespräch

„Vor einem Jahr kamen wir zum Fazit: Es handelt sich nur um einen Prozessorwechsel, der Mac bleibt der Mac“, erinnerte Macwelt-Chefredakteur Sebastian Hirsch an das Expertengespräch auf der MacExpo 2005. Könne man die These jetzt aufrecht erhalten, nachdem Apple früher als erwartet fast sein komplettes Rechnerportfolio mit Intel-Prozessoren ausgestattet hat und mit Boot Camp nun die Möglichkeit besteht, Windows auf dem Mac zu starten, war das Motto der Debatte auf der MacExpo-Bühne. Christoph Dernbach von der Deutschen Presseagentur (dpa) bejaht die Frage: „Vor einem Jahr war Apple in einer Sackgasse“. Auf Innovationen der bisherigen Prozessorlieferanten IBM und Motorola (Freescale) hätte Apple vergeblich gewartet, vom scharfen Konkurrenzkampf des neuen Partners Intel mit AMD profitiere Apple zusehends. Apple müsse nur darauf achten, dass rechtzeitig Profi-Software für den Power-Mac-Nachfolger zur Verfügung stehe, die Lücke dürfe nicht zu groß werden. „Der Mac bleibt der Mac, ihn macht vor allem die Oberfläche aus, das Betriebssystem Mac-OS X.“ Windows auf dem Mac sei jedoch interessant, für Gelegenheitsnutzer, die ein oder zwei Windows-Applikationen in ihrem beruflichen Umfeld benötigten. „Ich habe früher auf manche Events zwei Notebooks geschleppt, das brauche ich jetzt nicht mehr,“ erklärt Dernbach.

Der IT-Fachjournalist und Netzwerkspezialist Volker Riebartsch berichtet aus seiner Praxis als Netzwerkadministrator. Für Firmen bestehe oft beim Einkauf von Hardware die Anforderung, dass Windows XP auf den Maschinen laufen müsse. Mit den Intel-Macs sei dies nun gegeben, Windows auf dem Mac eröffne der Plattform eine neue Perspektive. Er wünsche sich für die nähere Zukunft jedoch ein „schnelleres Bootcamp“, in dem Windows wie im falle von Parallels, in einem separaten Fenster laufen könne, ohne das man den Mac neu starten müsse.

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