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Ein Tag im Leben des iPod-Doktors

26.06.2008 | 11:50 Uhr |

Wenn in New York ein iPod den Geist aufgibt und die Garantie längst abgelaufen ist, dann tritt Demetrios Leontaris auf den Plan.

Sad iPod: Wenn der iPod nicht mehr will (Bild: potaufeu/flickr)
Vergrößern Sad iPod: Wenn der iPod nicht mehr will (Bild: potaufeu/flickr)
© Apple

Wer ihn anruft, der braucht schnelle Hilfe. Hilfe für seinen iPod. Ob sterbende Festplatte, Wackelkontakt in der Kopfhörerbuchse oder Sprung im Display: Leontaris macht Hausbesuche und hat fast immer die nötigen Ersatzteile dabei: "80 Prozent der Reparaturen kann ich direkt vor Ort machen", sagt er CNN Money . Leontaris ist 33 und einer von geschätzten sechs iPod-Rettern in New York. Sein Arbeitsplatz ist das Auto. Ist ein iPod defekt und schon außerhalb der Garantie oder durch ein Missgeschick des Besitzers kaputt gegangen, rufen sie ihn an.

Dann fährt Demetrios in seinem Pontiac vor und untersucht den Patienten. Einen iPod zu öffnen und schnell eine neue Buchse einzubauen ist für ihn kein Problem. 70 Dollar kostet diese Behandlung beispielsweise. Weit günstiger als ein neuer iPod. Der Sohn griechischer Einwanderer ist Autodidakt, hat sich das Reparieren selbst beigebracht. Schon als Kind habe er mit seinem Vater Videorekorder oder Mikrowellen repariert. "Ich habe schon mein ganzes Leben elektronische Geräte repariert. Das ist etwas was mir leicht fällt", sagt er.

Demetrios Leontaris hat schon einiges gesehen: iPod, die vom Auto überfahren wurden oder ertrunkene iPods, die ins Wasser gefallen sind. Er warnt davor, einen durchnässten iPod ans Ladegerät oder den Computer anzuschließen: "Es brät die Schaltkreise, macht alles nur schlimmer". Oft sind die MP3-Player dem Besitzer jedoch ganz banal aus der Hand gefallen. "Die Leute lassen sie andauernd fallen", stöhnt der Unternehmer.

Die Ersatzteile bezieht der iPod-Doktor von einigen Zulieferern aus Fernost und er schlachtet defekte Geräte aus. Über 50 davon hat er zuhause - so schätzt er - gezählt hat er sie nie. Neben iPods repariert Leontaris auch Macbooks, Zunes, Creatives und PDAs. Arbeit hat er in New York genug. Vor allem im hippen Manhattan gehören die weißen Kopfhörer zum Straßenbild. Einen Reparaturservice für Gadgets, der zudem auch noch Hausbesuche macht - das gibt es wahrscheinlich nur hier.

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