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Ein iPad für alles - Trend 2014

16.01.2014 | 11:07 Uhr |

2014 wird das iPad in einer Liga mit TV, Spielekonsole und Notebook spielen. Bringt Apple außerdem das iPad Maxi mit 4K-Display heraus?

Mit dem iPad Air hat Apple ein neues Tablet-Zeitalter eingeführt. Als Marketingchef Phil Schiller das iPad der fünften Generation vorstellte, unterbrach er die alte Zählweise und nannte es nicht iPad 5, sondern iPad Air. Das ist nicht ohne Grund geschehen. Mit dem Namenszusatz „Air“ knüpft Apple an das gleichnamige Notebook-Modell aus der Macbook-Reihe an, das so dünn und so flach ist, dass es laut Werbespot bequem in einen DIN-A4-Briefumschlag passt. Auch das iPad Air wiegt nicht einmal mehr 500 Gramm und gehört mit 7,5 Millimetern zu den flachsten Tablets, die es auf dem Markt gibt. Doch es sind nicht nur Optik und Namenszusatz, die eine Beziehung zwischen iPad und Macbook herstellen. Schaut man sich die vielfältigen Funktionen des Tablets an und glaubt man Umfragen, wird das Tablet immer mehr zum Notebook-Ersatz. Laut einer Studie von Deloitte bleiben die Notebook-Verkäufe zwar weiterhin auf einem hohen Niveau, 2013 wurden jedoch erstmals mehr Tablets als Notebooks verkauft. Was kommt nach dem iPad Air und wann gibt es ein neues iPad? Da Apple sowohl das iPad 4 als auch das iPad Air und die neuen iPad-Mini-Modelle im Herbst herausgebracht hat, ist davon auszugehen, dass der Konzern diesen Rhythmus auch weiterhin beibehalten wird. Dass es wie im Jahr 2012 auch im März 2014 ein neues iPad geben wird, ist eher unwahrscheinlich.

iPad-Trends 2014

– 12-Zoll-Variante

– Retina-Display statt 4K

– Mehr Arbeitsspeicher

– Fingerprint-Sensor

– Gestensteuerung

– WLAN-ac-Standard

Trend 1: Retina wird Standard

Mit Ausnahme des iPad 2 verfügen nun alle Tablets über den Lightning-Anschluss. Apple hat das Tablet der zweiten Generation als Einstiegsmodell im Handel gelassen. Ob diese Strategie so fortgeführt wird, bleibt fraglich. Wenn Apple Ende 2014 den Nachfolger des iPhone 5S vorstellt, könnte es sein, dass der Konzern sich von allen Geräten mit altem 30-Pin-Connector, verabschiedet. Die Tatsache, dass Apple dem iPad Mini ein Retina-Display spendiert hat, zeigt, dass Retina-Auflösung zum Standard wird – so wie auch beim iPhone. Wer einmal mit einem Retina-Display gearbeitet hat, möchte die hohe Auflösung sowieso nicht mehr missen. Apple hebt damit das Niveau der kleinen Tablets, die vormals als Einstiegsgeräte galten, deutlich an. 

Trend 2: 12 Zoll-Display

Ultra-HD oder 4K – diese Technologietrends prägten vor allem die Fernsehwelt im vergangenen Jahr. Ob Panasonic, Sony, Samsung oder LG – auf der IFA 2013 präsentierte nahezu jeder bekannte Fernsehhersteller Riesen-Displays mit einer Auflösung von 3840 x 2160 Pixel. Inzwischen hat 4K auch bei Tablets Einzug gehalten.

Tim Cook, Goldman Sachs Konferenz, Februar 2013:

© 2015

„If we don‘t cannibalize, someone else will.“

Im Falle eines 10-Zoll-iPad würde man jedoch mit bloßem Auge den Unterschied zwischen einem Retina- und einem 4K-Display nicht erkennen. Ultra-HD wird im Grunde genommen erst für größere Displays interessant. Auf der IFA 2013 hat Panasonic mit dem Toughpad UT-MB5 ein 20 Zoll großes Tablet mit 4K-Auflösung vorgestellt, das allerdings weniger für den Privatgebrauch gedacht ist, sondern vorwiegend in Design- und Fotostudios Verwendung finden soll. Von Japan Display, einem Gemeinschaftsunternehmen von Sony, Hitachi und Toshiba, gibt es inzwischen ein 12,1-Zoll-Panel mit einer Ultra-HD-Auflösung von 3840 x 2160 Pixel.

Gerüchte, dass Apple ein 12-Zoll-Tablet herausbringen wird, gibt es immer wieder. Laut Digitimes übernimmt Quanta angeblich die Herstellung für ein 12,9-Zoll-Tablet. Die Massenproduktion starte schon Mitte 2014. Mit einem iPad Mini hatte 2012 kaum jemand gerechnet. Warum sollte Apple nicht auch ein iPad Maxi herausbringen? Das iPad Air Maxi käme dem Macbook Air immer näher – und könnte es letztendlich auch ersetzen. Allerdings könnte Apple bei einem 12-Zoll-iPad bei seiner bekannten Retina-Auflösung bleiben und bräuchte nicht auf 4K umzustellen. Würde man das iPad Air auf 12,1-Zoll strecken, hätte es bei gleicher Pixelanzahl (2048 mal 1536) immer noch eine Auflösung von 212 dpi. Das könnte man durchaus als Retina-Auflösung durchgehen lassen. Da Ultra-HD-Displays sehr teuer sind, würde sich auch der Preis beim iPad Maxi erhöhen. Außerdem müssten App-Programmierer ihre Apps anpassen. Wenn Apple wirklich ein 12-Zoll-iPad auf den Markt bringt, wäre es am einfachsten, die Pixelanzahl – bei etwas niedrigerer Auflösung – zu belassen. Alle Retina-Apps würden ohne Anpassung seitens der Entwickler vom ersten Tag an funktionieren.

Ein weiterer Punkt, der gegen die 4K-Auflösung auf einem iPad spricht: Apple müsste das Seitenverhältnis von derzeit 4:3 auf 16:9 ändern. Beim Videoschauen im Querformat wäre das noch in Ordnung, doch ein Tablet benutzt man häufig im Hochformat und dort wirkt das 16:9-Format unpassend und künstlich in die Länge gezogen.

Tim Cook, Goldman Sachs Konferenz, Februar 2013:

© 2015

„iPad is also moving into all of the key markets. Making inroads in education, and of course consumers. ... But we still think we‘re in the early innings of this. Customers want integration and we deliver that.“

Trend 3: Mehr 64-Bit-Apps

Der A7-Prozessor im iPad Air unterstützt die 64-Bit-Architektur, die bisher nur in Notebooks oder Desktop-Computern vorzufinden war. Von der 64-Bit-Architektur profitieren vor allem rechenintensive Multimedia-Anwendungen und Spiele. Prozessor und Betriebssystem könnten damit mehr als vier Gigabyte Arbeitsspeicher nutzen. Aktuell hat das iPad Air gerade mal ein Gigabyte Arbeitsspeicher. Mit der Unterstützung der 64-Bit-Architektur hat Apple jedoch seinen Prozessor schon für das neue Zeitalter gerüstet. Nun sind vor allem die App-Hersteller gefragt, entsprechende Anwendungen zu programmieren. Es gibt bereits einige 64-Bit-Apps wie Call of Duty, diese sind jedoch vorwiegend im Spielebereich zu finden. Mit 64-Bit-Architektur und mehr Speicher wäre auch ein verbessertes Multitasking möglich. Apps könnten künftig besser parallel laufen, ohne dass iOS die ein oder andere App aus Speichermangel zwangsbeenden muss.

Absatzentwicklung von Notebooks und Tablet-PCs in Deutschland 2011 - 2013 in Mio Stück im Vergleich. Quelle EITO, ITC
Vergrößern Absatzentwicklung von Notebooks und Tablet-PCs in Deutschland 2011 - 2013 in Mio Stück im Vergleich. Quelle EITO, ITC

Trend 4: Teure Hardware, ­Gratis-Software

Jedem Kunden, der sich ein neues iPad Air oder iPad Mini Retina kauft, spendiert Apple gleich ein gesamtes Office- und Kreativ-Programmpaket: die komplette iLife- und iWork-Suite gratis. Zuvor musste man alleine für das Textverarbeitungsprogramm Pages immerhin neun Euro zahlen. Das Prinzip „kostenlose Software bei teurer Hardware“ wird Apple auch in Zukunft beibehalten, ja sogar noch ausbauen.

Apple-Trends 2014

© 2015

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Es bleibt abzuwarten, welche neuen Features die künftige Tablet-Generation bieten wird. Die Ende 2013 mit der Firma Prime Sense eingekaufte Technik, aus der bei Microsoft der Kinect-Bewegungssensor für die Xbox 360 entstanden ist, könnte auch das iPad weiterbringen. Möglich, dass auch das iPad irgendwann nicht mehr nur über Sprache (Siri), sondern auch über Bewegungen zu steuern ist. Um das Tablet noch business-tauglicher zu machen, wird Apple den Fingerprintsensor vom iPhone 5S künftig auch in allen neuen iPads verbauen.

Trend 5: Ein Gerät für alles

Vom 30-Pin-Connector könnte sich Apple 2014 verabschieden.
Vergrößern Vom 30-Pin-Connector könnte sich Apple 2014 verabschieden.
© Apple

Auch wenn das iPad Air durch sein geringes Gewicht und flaches Design für den mobilen Einsatz gedacht ist, kommen laut einer Studie von De­loitte und Bitkom die Tablets vorwiegend zu Hause zum Einsatz. Jeder vierte Nutzer (27 Prozent) setzt es ausschließlich in der eigenen Wohnung ein, 30 Prozent der Anwender nutzen das Tablet sowohl Zuhause als auch unterwegs. Ausschließlich mobil nutzen das Tablet nur acht Prozent der Anwender. Deloitte hat die Nutzer sogar nach dem Platz gefragt, an dem sie das Tablet am liebsten nutzen. Klarer Sieger: das Sofa. Das Tablet wird immer mehr zum zentralen Mediengerät: 86 Prozent der befragten Jugendlichen nutzen das Tablet zum Musikhören, mehr als jeder Zweite zum Fernsehen und 75 Prozent für Spiele.

Das iPad ersetzt sukzessive das Notebook. Durch die Unterstützung der 64-Bit-Architektur wird es von der Funktionalität her dem PC immer ähnlicher. Office-Anwendungen werden standardmäßig mit jedem neuen iPad ausgeliefert. Dadurch, dass nun auch das iPad Mini ein Retina-Display bekommen hat, macht das Bücherlesen selbst auf dem kleinen Tablet Spaß.

Das iPad ist Notebook, Fernseher, E-Book-Reader und Spielekonsole in einem. Dank MIMO-Technik kann man mit iPad Air und iPad Mini deutlich schneller im WLAN-Netz surfen, was sich besonders beim Streamen von TV-Sendungen bemerkbar macht. Die neuen iPads dürften ab 2014 wohl auch den aktuellsten WLAN-ac-Standard unterstützen. Die Datenübertragungsraten werden dadurch nochmals deutlich steigen.

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