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Von Marc Buchser - 22.01.2013, 11:05

Einkäufe selber scannen in Coop-Filialen in der Schweiz

Einkaufen mit dem iPhone – Passabene in der Praxis

©Marc Buchser

Coop Schweiz bietet unter dem Namen Passabene seit 2007 das Einkaufen mit einem Barcodescanner an. In 80 Coop Filialen können damit die Kunden ihre Einkäufe selbst, mit einem zur Verfügung gestellten Barcodescanner, einlesen. Jetzt geht Coop noch einen Schritt weiter und ermöglicht dem Kunden zusätzlich auch das Scannen mit dem eigenen iPhone/iPod Touch oder iPad.
Damit spart sich der Lebensmittelgroßhändler vor allem größere Ausgaben für Scansysteme und Geräte, die dem Kunden zur Verfügung gestellt werden müssen. Der Kunde hat auf der anderen Seite eine clevere Möglichkeit Einkäufe zu erledigen und zu bezahlen, wenn die "gewöhnlichen" Kassen bereits überfüllt sind und sieht jederzeit die Summe des Einkaufs. Wir haben Passabene mit dem iPhone in der Schweizer Bundeshauptstadt in der Praxis getestet.

Voraussetzung und Installation

Um Passabene nutzen zu können muss man mindestens 18 Jahre alt und im Besitz einer Coop Supercard sein, die mit einem PIN-Code versehen ist. Momentan wird Passabene mit dem iPhone in 22 Filialen in der Schweiz unterstützt. Dann braucht es die Passabene App, die man kostenlos im App Store bekommt. Es gibt sie für iPhone, iPod Touch und iPad ab iOS 4.3. Nach der Installation der App wird ein Zertifikat installiert, damit wird der WLAN-Zugriff in den Filialen ermöglicht. Passabene kann nur über das WLAN der jeweiligen Coop Filiale genutzt werden. Dies ist ein erster kleiner Stolperstein, denn wenn noch andere WLAN-Netzwerke vorhanden sind, muss man unter Umständen manuell sicherstellen, dass man im Passabene-Netzwerk angemeldet ist. Was vor der ersten Verwendung eingestellt werden muss, ist die Coop Supercard. Wer keine Supercard hat, muss diese zuvor bestellen. Das geht per Post oder online, kann aber bis zu drei Wochen dauern. Für die meisten Anwender dürfte dies kein Hindernis darstellen, viele Coop Besucher sind bereits Inhaber einer Supercard. Sobald die Supercard mit dem Pin-Code registriert ist, ist die Passabene App bereit für den Einsatz.

Voreinstellungen und Filiale finden

Wir haben die Passabene App in der zurzeit einzigen Filiale der Bundeshauptstadt getestet, in der mit dem iPhone gescannt werden kann. Beim Betreten des Einkaufszentrums und Starten der App prüft die App, ob es die Filiale selbständig erkennen kann. Damit dies funktioniert, müssen die Ortungsdienste aktiviert sein und man muss der App erlauben, den aktuellen Ort zu verwenden. Die Verbindung zum Passabene WLAN funktioniert in etwa zwei von drei Fällen direkt beim Betreten. Einmal müssen wir nachhelfen, da das iPhone ein anderes Netzwerk auswählt. Sobald eine Verbindung zum Passabene Netzwerk hergestellt ist, wird dies in der App mit einem grünen Icon und einer Meldung angezeigt.
Das automatische Erkennen der Filiale hat dann allerdings nicht funktioniert. Nach einigen Minuten und mehrmaligen Versuchen durch den Neustart der App müssen wir die manuelle Variante wählen. Dazu gibt es im Eingangsbereich einen Passabene Checkpoint mit einem 2D Barcode. Diesen scannt man mit der App ein und sie erkennt daran die Filiale. Auch hier bietet einem die App die Möglichkeit manuell nachzubessern, falls etwas beim Scannen nicht klappen sollte. Danach steht dem Shopping-Vergnügen (fast) nichts mehr im Weg.

Scannen mit dem iPhone

Die erste Frage stellt sich direkt nach Checkpoint: Wohin mit dem "Scanner" respektive dem iPhone? Als Besitzer einer Bookbook-Hülle ohne Kameraöffnung bin ich dazu gezwungen das iPhone aus der Hülle zu nehmen, damit ich einscannen kann. Jemand, der jetzt noch Einkaufswagen und zwei Kinder unter Kontrolle bringen muss, geht ein erhöhtes Drop-Risiko ein. Glücklicherweise gibt es iPhone-Hüllen, die dieses Problem nicht haben. Eine einfache Integration in den Einkaufswagen wäre hier praktisch, denn auch beim Scannen kann sich eine zittrige Kamerahand als Nachteil herausstellen.
Nachdem die Hand-/iPhone-/Einkaufstaschen-Logistik gelöst ist, mach ich mich auf die Suche nach Problem-Scantags. Dass das Scannen von 1D Strichcodes auf einer flachen Verpackung und auf einem spiegelfreien Material klappt, ist klar, aber was passiert wenn die Barcodes auf einem gewölbten Untergrund und/oder auf reflektierendem Plastik aufgebracht sind? Beim ersten Stopp in der Waschmittelabteilung zeigt der Scanner noch keine Schwächen. Gekrümmte oder runde Verpackungen klappen problemlos innerhalb von 2 bis 3 Sekunden. In der Baby-Abteilung stoße ich auf ein erstes Problemtag - ein Lippenbalsam, der so klein und rundlich ist, dass der aufgedruckte Barcode erst nach mehreren Versuchen erfasst wird. Das nervt!
Auf dem Weg in die Frischwarenabteilung, durch die Herren- und Damenabteilung funktioniert der Scanner jedoch erstaunlich gut. Weder Herrensocken, Salzmühle, Zierglasflasche noch Damenunterwäsche bringen ihn in Verlegenheit. Einzig eine Doppelrolle Klebeband, die mit einem Sonderaktions-Aufkleber versehen ist, verweigert er. In der App erscheint zwar die Artikelnummer aber auch ein Hinweis, dass ich den Artikel doch bitte unaufgefordert an der Kasse vorweisen soll. Lassen wir das mit Klebeband besser. Ebenfalls mehrere Anläufe benötigt das Sechserpack Mineralwasser. Der Barcode ist auf einer reflektierenden Plastikfolie in einer Wölbung angebracht und das Licht reicht nicht aus. Hier ist Massarbeit gefragt, Einfallswinkel, Licht und Fokus muss ich genau abstimmen. Die App versucht hier mit Tipps zu helfen. Es gibt Hinweise unter dem Scannerfeld: Man soll das Gerät in einem Abstand von 10 cm auf den Barcode richten und keine Schatten auf den Barcode werfen. Wenn das Scharfstellen nicht klappt, bietet die App eine Schüttelgeste an, die den Fokus aktivieren soll. In der Praxis funktioniert dies bei den meisten Waren gut. Von 30 Produkten benötigen lediglich drei mehr als drei Sekunden Zeit für den Scan-Vorgang.
Sehr hilfreich ist die laufende Anzeige des Summenbetrages. Bei mehreren Artikeln summiert die App auf und bei Sonderangeboten zeigt sie an, wie viel man gespart hat. Dazu sieht man in der Einkaufsliste stets, wie viele Sammelpunkte der Einkauf einbringt.
Bei den Frischwaren sorgt die App dann für zwei Schrecksekunden. Beim Einscannen eines Apfels erscheint der Preis von 0,07 CHF und auch ein Ofenbraten für 4,80 CHF wird mit 0,48 CHF eingetragen. Einen Totalausfall gibt es beim beim Löschen von mehreren Einträgen - dies funktioniert schlicht nicht. Die Artikel werden nicht aus der Einkaufsliste gelöscht, der Abzug in der Summe aber berücksichtigt. Das führt in meinem Fall zu einem Ergebnis von -6 Artikeln und einem Totalbetrag von 0,00 CHF. Allerdings ist nur die Anzeige fehlerhaft, denn an der Kasse funktioniert es dennoch.

Auschecken

Sobald der Einkauf erledigt ist und alle Sachen im Einkaufswagen oder gleich direkt in der Passabene Einkaufstasche verstaut sind, kann es zur dafür vorgesehen Kasse gehen. In unserer Testfiliale sind von 17 Kassen zwei für das Auschecken mit Passabene ausgerüstet. Dazu scanne ich den dafür vorgesehenen Barcode an der Kasse ein. Damit wird der Einkauf abgeschlossen und an die Kasse übermittelt. Da meine App mir kuriose Ergebnisse anzeigt, legte ich meine Ware auf das Laufband, um zu zeigen, dass ich keine betrügerischen Absichten hege. Erstaunlich ist, dass die Kassiererin auf ihrem Display die richtigen Beträge für den Apfel und den Ofenbraten sieht. Die zwei doppelt eingescannten Artikel, die ich vergeblich versucht hatte zu löschen, sind allerdings immer noch eingetragen. Hätte ich dies nicht mittels Laufband nachgewiesen, hätte ich für eine Zierflasche und eine Doppelrolle Klebeband bezahlt, die ich weder wollte noch eingepackt hatte.

Fazit

Das Passabene-System funktioniert mit dem iPhone gut, abgesehen von ein paar Kinderkrankheiten in der App. Das Scannen der meisten Artikel funktioniert flott und auch auf problematischen Oberflächen. Die App hakt noch bei der Eingabe von mehreren Artikeln derselben Art. Für einzelne Artikel und kleine Einkäufe ist das jedoch kein Problem. Wer größere Einkaufstouren mit dem iPhone plant, sollte besser auf ein Update der App warten. Sehr hilfreich wäre es, wenn man auf vorherige Einkaufslisten zugreifen und eine Checkliste führen könnte, in der man die eingekauften Artikel schnell abhakt. Aber das kommt bestimmt noch, das System steht ja erst am Anfang.
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