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Electronic Arts plant neues Vertriebskonzept

04.12.2006 | 10:32 Uhr |

Der weltgrößte Spielehersteller Electronic Arts plant eine Erweiterung seines Vertriebskonzepts. Laut eines Berichts von "Euro am Sonntag" sollen künftig auch so genannte "Starterkits" von Spielen angeboten werden, deren Preise bei etwa 10 Euro liegen sollen. Zusätzlicher Content wie Level und ähnliches soll dann extra kosten.

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Mit einem neuartigen Vertriebskonzept könnte Electronic Arts den Spielehandel, wie wir ihn heute kennen, grundlegend auf den Kopf stellen. So plant der Hersteller, künftig "Starterkits" von Spielen anzubieten, die etwa zehn Euro kosten sollen. Dies berichtet die Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag". Dabei erwirbt der Kunde lediglich das Kernspiel. Erweiterungen wie neue Levels können dann gegen Bezahlung per Internet herunter geladen werden.

Als Grund für diesen Schritt gibt Gerhard Florin, Vorstand von Electronic Arts, gegenüber der Zeitung die hohe Zahl an Raubkopien an, vor allem im asiatischen Raum. Dort seien Spielepreise von 50 US-Dollar "schlicht zu teuer" für viele Spiele-Fans.

Ob diese Starterkits auch in Europa auf den Markt kommen werden, oder zunächst auf den asiatischen Raum begrenzt sind, ist derzeit nicht bekannt. Für eine Stellungnahme war Electronic Arts bislang nicht zu erreichen.

Inwiefern ein solches Konzept von Erfolg gekrönt sein wird, hängt davon ab, wie stark die Starterkits beschnitten und wie viel die zusätzlichen Inhalte kosten werden. In der Summe dürfen die Titel letztlich nicht mehr kosten, als die normale Vollversion. Alles andere wäre Abzocke. Denn immerhin spart der Hersteller nicht nur Vertriebskosten, auch weitere Stellen, die an Spielen mit verdienen - wie Händler - wären bei einem solchen Vertriebskonzept ausgeschlossen. Zudem muss sicher gestellt sein, dass kostenpflichtige Inhalte nicht die Spielbalance zerstören. Sonst wäre es möglich, dass diejenigen, die es sich leisten können, besser wären, als diejenigen, die kein Geld für zusätzlichen Content haben oder ausgeben wollen.

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