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Elektrobranche erwartet 2008 weitere Abschwächung des Wachstums

12.12.2007 | 06:57 Uhr |

Die deutsche Elektrobranche rechnet wegen des starken Euro und des zunehmenden Fachkräftemangels mit einer weiteren Abschwächung des jahrelangen Wachstums.

«2008 wird der Aufschwung in der deutschen Elektroindustrie sicher nochmals etwas an Dynamik verlieren», sagte der Hauptgeschäftsführer des Industrie- Verbandes ZVEI, Gotthard Graß, am Dienstag in Frankfurt. Im kommenden Jahr erwarte die Branche ein Umsatzplus von etwa vier Prozent und einen weiteren Beschäftigungsaufbau auf mehr als 830 000 Mitarbeiter. In diesem Jahr stieg die Zahl der Beschäftigten um rund 23 000 auf 825 000. Damit hätten die Unternehmen erstmals in diesem Jahrzehnt wieder kräftig Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen. 2007 war für die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie das vierte Wachstumsjahr in Folge. Allerdings verfehlte die Branche ihre selbst gesteckten Ziele. Der Umsatz werde bis Jahresende um rund drei Prozent auf 184 Milliarden Euro steigen. Anfang Juli waren noch 190 Milliarden Euro angepeilt worden. Als Grund für die Differenz nannte Graß unter anderem die Pleite des Handybauers BenQ Mobile und die Zusammenführung des Netzwerkgeschäfts von Siemens und Nokia. Ohne diese Sondereffekte liege der Zuwachs bei sechs Prozent. Neben der anhaltend guten Auslandsnachfrage habe das Inlandsgeschäft mit elektrotechnischen Investitionsgütern zugelegt. Wachstumstreiber waren die Automation und Energietechnik. In diesen Sparten gebe es weiterhin eine rege Nachfrage.

Der Mangel an hoch qualifizierten Fachkräften werde für die Branche immer stärker zum Problem. In den kommenden Jahren würden starke Ingenieursjahrgänge in Rente gehen. Deshalb seien Fachkräfte unabhängig von der Konjunktur weiter gefragt, sagte Graß. Er forderte die Bundesregierung auf, die Anwerbung hoch qualifizierter Zuwanderer aus dem Ausland zu erleichtern. Großes Wachstumspotenzial sieht der ZVEI bei Produkten und Systemen für den Klimaschutz. Wenn die beste Technik etwa bei der Straßenbeleuchtung oder elektrischen Antrieben konsequenter eingesetzt würde, könnten Millionen Tonnen Kohlendioxid und Strom in Deutschland eingespart werden, «ohne dass wir am Samstagabend alle für ein paar Minuten im dunkeln sitzen sollen», sagte Graß. (dpa)

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