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Ein weiter Weg für E-Postbrief, De-Mail & Co.

07.04.2011 | 08:00 Uhr |

Wir vergleichen die Angebote europäischer Staaten und Privatunternehmen für den digitalen Brief.

Post aus Computer 3:4
Vergrößern Post aus Computer 3:4
© Fotolia, nicolasjoseschirado
Damit bald nicht mehr nur Spam und private Mails, sondern auch offizielle Post in elektronischen Briefkästen landet, muss noch viel geschehen.
Vergrößern Damit bald nicht mehr nur Spam und private Mails, sondern auch offizielle Post in elektronischen Briefkästen landet, muss noch viel geschehen.
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Viele Texte werden heute elektronisch erfasst, ausgedruckt, als Brief versandt, vom Empfänger eingescannt und in den elektronischen Workflow gegeben. Umständlicher geht’s nicht. Lösungen sind in Sicht, doch De-Mail und E-Postbrief sind noch nicht so weit.

Das Europäische Parlament hat am 31. Januar 2008 die vollständige Öffnung der Märkte für Briefe unter 50 Gramm beschlossen. Gemäß der Richtlinie 2008/6/EG(1) sollte der Binnenmarkt für Postdienste bis zum 31. Dezember 2010 vollendet sein. Damit hätte sich der Postmarkt allen Anbietern von Postdiensten geöffnet. Den Ländern Griechenland, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Polen, Rumänien, Slowakei, Tschechien, Ungarn und Zypern wurde dabei eine Schonfrist bis Januar 2013 eingeräumt. Für alle Mitgliedstaaten besteht danach die Verpflichtung, einen Universaldienst einzurichten, der eine flächendeckende Versorgung ermöglicht.

Die jüngsten Entwicklungen im Markt

  1. Dominant ist derzeit noch die klassische Briefpost, ein Jahrhunderte altes Geschäft, das zunehmend von digitalen Lösungen angegriffen wird. Dieser Trend ist für jedermann erkennbar, insbesondere durch die massive Werbung für den E-Postbrief.

  2. Neue Cloud-Dienste entstehen. Der fünfte IT-Gipfel in Dresden stand ganz im Zeichen der Cloud, ebenso hat die CeBIT 2011 den Schwerpunkt auf diesen Trend gelegt. Denkbar sind digitale Postdienste als Plattform (Platform as a Service = PaaS), als Software (Software as a Service = SaaS) und Geschäftsprozess (Business Proecess as a Services = BPaaS). Erste Ansätze dafür sind mit der Mittelstandsinitiative Mail 2015 (PaaS), der Regify -Lösung (SaaS) und dem Volly Secure Digital Delivery Service von Pitney Bowes (BPaaS) schon erkennbar.

  3. Die Liberalisierung des Postmarkts eröffnet dem Wettbewerb einen Multimilliarden-Markt.

  4. Technologie- und alternative Mail-Anbieter wie Siemens , Unisys mit Secure Document Delivery, Francotyp-Postalia , United Internet , Deutsche Telekom und weitere werden im deutschen Markt sichtbar. Die Angebote sind breit gefächert und reichen von der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bis zum hybriden Brief.

  5. Postdienstleister beginnen auch international, Dienste für die verbindliche elektronische Schriftkommunikation zu offerieren. Hier eine kleine Auswahl:

  • die kanadische Post mit ePost ,

  • die finnische Posti mit NetPost i,

  • die finnische itella offeriert mit der Gruppe Mail Communication eine Reihe von Postdiensten. Ist auch international tätig, u.a. hier in Deutschland mit i-Post ;

  • die dänische Post mit e-Boks ;

  • die belgische Certipost , ein Joint Venture von De Post-La Poste and Belgacom mit e-Delivery, e-Invoicing und e-Supply. Sieht sich selbst als wichtigen europäischen Anbieter, ist bereits in 30 Ländern aktiv und bedient über 85.000 Firmenkunden;

  • die schweizerische Post mit IncaMail ;

  • die spanische Correos mit Correo Electrónico Seguro (Safe Electronic Mail);

  • die österreichische Post mit ihrer Tochter EBPP GmbH mit meinBrief.at und

  • bis vor kurzem noch die niederländische TNT Post mit De digitale Brievenbus .

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