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Elster ohne Mac

25.01.2005 | 12:03 Uhr |

Bei Ihrer Umstellung auf die elektronische Abgabe von Steuererklärung und Umsatzsteuervoranmeldung berücksichtigen die Finanzbehörden nur Windows.

Daten statt Akten, so hätten es die Finanzämter ab 2005 gerne.
Vergrößern Daten statt Akten, so hätten es die Finanzämter ab 2005 gerne.
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Von Rainer Wolff

In diesem Jahr ist es so weit. Die deutschen :Finanzämter gehen online und erwarten von Unternehmern und Arbeitgebern ab dem Steuerjahr 2005 die Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldungen und Lohnsteuer-Anmeldungen auf elektronischem Weg via Elster-Schnittstelle. Unternehmen konnten zwar schon seit Jahren freiwillig am Pilotprojekt Elster, der elektronischen Steuererklärung, teilnehmen, doch nun wird die elektronische Abgabe zur Verpflichtung. Während Windows-Anwender diesen Termin jedoch relativ entspannt auf sich zukommen lassen können, herrscht bei Mac-Anwendern und auf anderen alternativen Betriebssystemplattformen große Unsicherheit, wie die Steuerdaten zukünftig elektronisch zu übermitteln sind.

Alternative Betriebssysteme bei Elster vernachlässigt

Grund hierfür ist, dass sich Eichels Steuertruppe voll und ganz auf die marktbeherrschende Windows-Plattform konzentriert und alternative Betriebssysteme komplett vernachlässigt hat. Obwohl zumindest für Freiberufler und viele Selbstständige die Umsatzsteuervoranmeldung für das erste Quartal fällig ist, gibt es offenbar auch in den Finanzämtern keine Regelung, wie mit Anwendern eines Nicht-Windows-Betriebssystems zu verfahren ist.

Inkompatibilität trotz Java 2

Allen Unkenrufen zum Trotz: Die Mac-Gemeinde sollte Ruhe bewahren und die Übergangsphase bis zum Erscheinen vernünftiger, Elster-fähiger Mac-Buchhaltungen aussitzen. Obwohl die Schnittstelle zum Finanzamt auf dem offenen Standard Java 2 basiert, existieren nur fertige Windows-Komponenten für die Elster-Anbindung. Daher müssen die Mac-Hersteller die erforderliche Schnittstellensoftware komplett in Eigenregie entwickeln, was bekanntlich Zeit kostet. Alle Mac-Anbieter haben eine Integration der Elster-Schnittstelle in ihre Buchhaltungen versprochen, die für Januar angekündigten Updates trudeln aber erst langsam ein.
Doch selbst wenn sie vorliegen, sollte man sich zu keiner überhasteten Kaufentscheidung drängen lassen. Auf schriftlichen Antrag hin kann das zuständige Finanzamt zur Vermeidung unbilliger Härten zulassen, dass die Umsatzsteuer-Voranmeldung und die Lohnsteuer-Anmeldung in herkömmlicher Form auf Papier abgegeben wird. Dem Antrag ist insbesondere dann zuzustimmen, wenn dem Unternehmer oder Arbeitgeber die Schaffung der technischen Voraussetzungen, die für die Übermittlung nach der Steuerdaten-Übermittlungsverordnung erforderlich sind, nicht zuzumuten ist. Wie weit diese Ausnahmegenehmigungen im Einzelfall ausgelegt werden, hängt jedoch leider vom Guten Willen der einzelnen Behörden ab.

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