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Ende der Klinke: Intel setzt auf USB-C Audio

18.08.2016 | 11:29 Uhr |

Läutet Intel nun bald das endgültige Ende der 3,5-Zoll-Buchse ein? Für digitale Audioausgabe empfiehlt sich neben Lightning auch USB-C Audio.

Intel hat auf seinem Entwicklerforum IDF für den kommenden Standard USB-C-Audio geworben . Dieser sei die Zukunft für Audioübertragungen von Smartphones, da diese unter Verzicht auf Klinkenbuchse und D/A-Wandler dünner werden könnten. Für die Tonausgabe bestünden aber weitere Vorteile: Über USB-C ließen sich Hall und andere Klangeffekte anwenden, zudem könnten Headsets energiesparender betrieben werden, das Mikrophon ließe sich etwa ausschalten, wenn nur der Kopfhörer gebraucht werde. Der Standard USB-C Audio ist jedoch noch nicht final verabschiedet.

Intel schlägt mit seiner Initiative in die gleiche Kerbe wie Apple, sofern die Spekulationen um eine fehlende Klinkenbuchse im kommenden iPhone sich als korrekt erweisen. Die digitale Audioausgabe hat vor allem den Vorteil, Hersteller von Kopfhörern über die D/A-Wandler entscheiden zu lassen. Mit einer Schnittstelle weniger könnte Apple zudem das iPhone des Jahrgangs 2016 ein Stück mehr wasserdicht machen. Statt USB-C wird das neue iPhone aller Voraussicht nach weiterhin Lightning als digitalen Ausgang verwenden, zukünftige Modelle mit USB-C sind aber durchaus denkbar und aus Sicht der EU-Regulatoren (Stichwort: Einheitliche Ladegeräte) auch wünschenswert.

Die Klinkenbuchse stirbt: Fünf Phasen der Trauer

Gleichwohl hatten schon die ersten Gerüchte über das Verschwinden der Klinkenbuchse iPhone-Nutzer aufgeschreckt. Kaum einer verwende schließlich die von Apple mitgelieferten Ohrhörer (beim iPhone 7 wohl solche mit Lightning-Stecker), sondern habe in der Vergangenheit in mehr oder weniger leistungsfähige Kopfhörer mit Kabel investiert – ohne einen Adapter wären die nun wertlos und müssten durch Lightning-Modelle ausgetauscht werden.

Zu den von den ersten Gerüchten Aufgeschreckten gehörte auch unser Kollege Jason Snell, der sich seit einem guten  Jahr damit auseinander setzt. Dieses Jahr teilt er gemäß Elisabeth Kübler-Ross in fünf Phasen ein, von der Verleugnung über den Zorn, das Verhandeln und die Depression bis zur Akzeptanz. Das könnte doch nicht wahr sein, dachte Jason zunächst, einen solchen Fauxpas würde Apple nie begehen. Dann kam der Zorn, als sich die Gerüchte verdichten: "Was erlaube Apple?". Eine Petition an Apple, die Klinkenbuchse doch noch zu belassen, hat mittlerweile rund 300.000 Unterschriften gesammelt. Schließlich die Verhandlungen mit dem anscheinend unabwendbaren Schicksal: Was, wenn es doch ganz toll wird, etwa mit drahtlosen EarBuds? Dann schlug aber die Depression zu: Ohne Klinke macht's halt doch keinen Spaß – aber wer braucht schon ein neues iPhone, man kann ja das alte so lange nutzen, bis es den Geist aufgibt. Schließlich die Akzeptanz: Das iPhone 7 wird nun einmal ohne Kopfhörerausgang kommen. Aber wie Jason feststellte: Seitdem er die Bluetooth-Audiowiedergabe der Apple Watch getestet hatte, verwendete er ohnehin meist drahtlose Kopfhörer.

Nein, glücklich ist er immer noch nicht mit der mutmaßlichen Entscheidung Apples, aber er kommt jetzt damit klar. Aber wehe, Apple geht auch an den Kopfhörerausgang des Mac heran. Mit Intels Vorstoß in Richtung USB-C Audio wird das aber ein Stück wahrscheinlicher. Am Ende verzichtet Apple sogar schon im kommenden Macbook Pro erstmals auf die 3,5-Millimeter-Klinke, eine Technik, die aus der Zeit der Jahrhundertwende stammt. Der vom 19ten zum 20sten Jahrhundert ...

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