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Grün sein lohnt sich

29.04.2011 | 07:10 Uhr |

Im Betrieb von Rechenzentren zahlt sich Ökologie aus. Ein Rechenbeispiel zeigt das Sparpotenzial von Green IT.

© Strato

Die Strompreise steigen unaufhaltsam, sie werden aktuellen Prognosen zufolge im Jahre 2020 im Vergleich zum heutigen Niveau für mindestens 40 Prozent höhere Energiekosten sorgen. Das könnte für einige Rechenzentren (RZ) das Ende bedeuten, denn die Data-Center-Branche arbeitet seit geraumer Zeit mit sehr knappen Margen. Die entscheidende Frage lautet daher: Amortisiert sich die Investition in grüne Technologien?

Kühlung steht im Vordergrund

RZ-Besitzer oder -Betreiber interessieren sich vor allem dann für grüne Technologien, wenn sie damit den Energieverbrauch reduzieren können. Kühlung ist ein erheblicher Einzelposten auf der Rechnung vom Energieversorger. Die meisten herkömmlichen Rechenzentren werden entweder durch Direktexpansion oder durch eine Form von Kaltwasser gekühlt. Das Betreiben derartiger Kühlanlagen ist enorm teuer. In einem Rechenzentrum, das die IT-Systeme mit einem Megawatt Strom versorgen muss, fallen weitere 600 Kilowattstunde (kW/h) allein für die aktuellen Kühlverfahren an. Bei einem angenommen Preis von 0,12 Euro je kW/h kostet die Kühlung des Rechenzentrums demnach 630.720 Euro pro Jahr. Die gesamten Energiekosten für IT- und Kühlanlagen belaufen sich damit auf 1,68 Millionen Euro. Falls die Strompreise wie erwartet steigen, erwartet die Betreiber im Jahr 2020 eine Jahresabrechnung in Höhe von 2,35 Millionen Euro.

Freie Kühlung: Außentemperatur nutzen

Die Kosten für die Installation einer Kühlanlage schwanken von Land zu Land. Grob geschätzt betragen sie bei kompletter Installation mit allen Pumpen, Rohrleitungen und Computerraum-Klimaanlagen durchschnittlich etwa 750.000 Euro. Die Ergänzung der herkömmlichen Installation um eine freie Kühlanlagen, die das Kühlwasser mit Hilfe der Außenluft erkaltet, wenn diese unter einer festgelegten Temperatur liegt, kostet rund 30 Prozent beziehungsweise 225.000 Euro mehr. Dieser Betrag amortisiert sich bei einer eher vorsichtig geschätzten 20-prozentigen Energiekosteneinsparung in weniger als zwei Jahren. In Westeuropa steht die freie Kühlung durch eine niedrige Außentemperatur an durchschnittlich über 333 Tagen oder 8.000 Stunden pro Jahr zur Verfügung. Das Einsparpotenzial ist also enorm.

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