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Entscheidung über Haus für 2,50 Euro im Herbst

06.08.2004 | 15:15 Uhr |

Ob ein für 2,50 Euro bei einer Internet- Auktion ersteigertes Haus tatsächlich für die Höchstbietende gebaut werden muss, wird voraussichtlich nicht vor diesem Herbst entschieden.

Nach Angaben des Anwalts Achim Riesenberg vom Freitag wird es vermutlich zwei bis drei Monate dauern, bis sich das Landgericht Kaiserslautern mit dem Fall beschäftigen wird. Seine Mandantin war mit einem Einsatz von 2,50 Euro die Höchstbietende bei der Online-Versteigerung eines noch zu bauenden Eigenheims. Der Anbieter bestreitet, dass die Auktion gültig war und verlangt mindestens 104 000 Euro. «Das ist inzwischen eine Sache allein zwischen Kläger und Beklagtem», sagte Nerses Chopurian, Sprecher der Internet- Auktionsplattform eBay in Deutschland. Die Auktion sei bereits im Juli 2003 beendet worden. «Wir haben gar nicht mehr die Option, uns dazu zu äußern, die Daten über die Auktion liegen uns längst nicht mehr vor.» Das Internet-Auktionshaus weise seine Nutzer immer wieder darauf hin, dass bei Vertragsabschlüssen eine genaue Artikelbeschreibung unerlässlich sei. «Andernfalls kommt es natürlich schnell zu Missverständnissen.» Möglicherweise habe die Frau aus dem Kreis Paderborn erst jetzt von vergleichbaren Gerichtsurteilen erfahren und will deshalb ihr mögliches Recht auch vor Gericht einklagen, vermutet Chopurian. Zuletzt hatte der Bundesgerichtshof ein Grundsatzurteil zur Wirksamkeit von Internetauktionen des Oberlandesgerichts Hamm aus dem Jahr 2000 bestätigt. Damit wurde der Klage eines Mannes stattgegeben, der einen nach Verkaufsliste damals 57 000 Mark teuren VW Passat als Schnäppchen für knapp die Hälfte des Preises ersteigert hatte. Im jüngsten Fall wehrt sich der Verkäufer mit dem Hinweis auf eine Klausel in dem Angebot: «Irrtum vorbehalten, nicht unter 104 000 Euro, das Haus kann unter dem Preis nicht gebaut werden.» Dieser Text ist seiner Überzeugung nach Vertragsbestandteil. Nach Ansicht von Riesenberger ist diese Ausschlussklausel nicht gültig. Nach den Regeln von eBay hätte der Verkäufer in diesem Fall als Mindestgebot den Betrag von 104 000 Euro festsetzen müssen.

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