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Sorge vor Sicherheitslücken bei intelligenten Stromnetzen

23.06.2010 | 07:33 Uhr |

Die Sorge vor Lücken bei der Datensicherheit könnte den Aufbau intelligenter Stromnetze bremsen und die europäischen Klimaschutzziele gefährden.

Das befürchten 60 Prozent der deutschen Energieversorger, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Beratungsgesellschaft Steria Mummert und des FAZ-Instituts unter 100 führenden Energieversorgungsunternehmen hervorgeht. Mehr als die Hälfte der Versorger plant daher der Studie zufolge bis 2012 Investitionen in Datensicherheit und Betrugsvorbeugung.

Der Ausbau intelligenter Energienetze, die so genannten Smart Grids, gilt als wichtige Lösung für eine effizientere Energienutzung und als Basis für den endgültigen Durchbruch der erneuerbaren Energien. Sie sollen unter anderem Erzeugung und Verbrauch von Energie aufeinander abstimmen. Dazu müsste beispielsweise die Energienutzung von Privathaushalten quasi minütlich erfasst werden. Je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto größer sind die Chancen, Energieverbrauch und -kosten zu verringern.

Doch mit Hilfe dieser individuellen Verbrauchsprofile wird es der Studie zufolge künftig auch möglich sein, An- und Abwesenheit sowie spezielle Gewohnheiten der Bürger zu erfassen. Die Lebensverhältnisse des "gläsernen Menschen" werden offen gelegt. Die Autoren der Studie fordern daher Transparenz für den Stromkunden in der Frage, was mit seinen Informationen geschieht. Bei den Verbrauchern sollte auch die Entscheidungsbefugnis liegen, wie oft Daten erfasst werden dürfen.

Eine große Gefahr dürfte zudem entstehen, falls die gesammelten Daten in unbefugte Hände geraten. Ähnlich wie im Banken- und Telekommunikationsbereich werde es nicht reichen, dass Datenschutzbeauftragte darüber wachen, heißt es in der Studie. Die Energiebranche müsse laufend alle technischen und organisatorischen Voraussetzungen schaffen, um Sicherheitslücken zu schließen. (dpa)

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