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Intel zeigt Atom-Prozessoren in Shanghai

02.04.2008 | 10:16 Uhr

Anfang März hatte Intel angekündigt, seine unter dem Codenmane Silverthorn entwickelten stromsaprenden Chips würden den Namen Atom tragen. Auf dem Intel Developer Forum (IDF) in Shanghai zeigter der Konzern neben den Chips schon erste Prototypen.

Intel Atom Package mit US-Penny
Vergrößern Intel Atom Package mit US-Penny

Die CPUs sollen in Mobile Internet Devices (MID) eingesetzt, welche die Entwicklung des mobilen Internets vorantreiben sollen. Hersteller wie Lenovo, Benq, Panasonic, LG und Asus stellten auf dem IDF erste Prototypen ihrer kompakten Internet-Geräte vor. Die Atom-Chips wären auch für das iPhone oder ein etwaiges Subnotebook von Apple (Tablet-Mac) interessant.

Ein MID-Prototyp von Lenovo.
Vergrößern Ein MID-Prototyp von Lenovo.

Mit seiner Initiative versucht Intel, die Vorherrschaft von konkurrierenden Chip-Architekturen im Mobil-Sektor zu brechen. So setzen Apple (iPhone) und Nokia (N810) bei ihren ultra-mobilen Internetgeräten bislang Mikroprozessoren der britischen Chip-Konstrukteure ARM ein, die auf das Design von energiesparenden Prozessoren spezialisiert sind. In Fachkreisen wird aber schon seit längerer Zeit darüber spekuliert, ob Apple mit einer künftigen Generation des iPhone nicht auf die Intel-Architektur umsteigen und Atom-Chips einsetzen wird. Eine neue Version des Atom-Prozessors, die allerdings erst Ende 2009 erwartet wird, richtet sich besonders an die Hersteller von Mobiltelefonen.

Zweiter Anlauf im Mobilmarkt

Anand Chandrasekher, Chef der Ultra Mobility Group von Intel, sagte, mit den bislang verfügbaren Smartphones und mobilen Online-Geräten sei der Zugriff auf das Internet kaum möglich gewesen. Dies werde sich aber nun ändern. Der Start der neuen Atom-Chips sei ein "historischer Tag" für Intel und die High-Tech-Industrie. "Wir verändern die Art und Weise, wie Verbraucher auf das World Wide Web zugreifen."

Ein Atom-Wafer mit Nadelöhr zum Größenvergleich.
Vergrößern Ein Atom-Wafer mit Nadelöhr zum Größenvergleich.
© Intel

Mit der Atom-Chipfamilie unternimmt Intel den zweiten Anlauf, im Mobilmarkt Fuß zu fassen. Im Jahr 2006 hatte der weltgrößte Chip-Produzent seine - ebenfalls ARM-basierende - "XScale"-Technik für 600 Millionen Dollar (umgerechnet 390 Millionen Euro) an das kalifornische Unternehmen Marvell Technology Group verkauft . Intel erwartet nun, dass der Markt für Mobile Internet Devices bis zum Jahr 2011 auf ein Volumen von 40 Milliarden Dollar (26 Milliarden Euro) anwachsen wird.

Der Atom-Chip ist der bislang kleinste Mikroprozessor von Intel. Auf dem 25 Quadratmillimeter kleinen Bauteil wurden trotzdem mehr als 47 Millionen Transistoren untergebracht. Je nach Taktfrequenz verbraucht ein Atom-Prozessor zwischen 0,6 und 2,4 Watt. (dpa/tc/pm)

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