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iPad Mini Retina: Schnellstes Wlan

13.11.2013 | 06:32 Uhr |

Seit gestern ist das iPad Mini mit Retina-Display im Handel, auch in Apple Stores sind erste Geräte erhältlich. Wir stellen das neue iPad auf den Prüfstand.

Außer dem Retina-Display und dem A7-64-Bit-Prozessor hat sich eigentlich nichts am iPad Mini geändert - doch der erste Blick täuscht. 

Schon vor dem Auspacken fällt eine Sache besonders auf: Der Karton vom iPad Mini Retina ist fast doppelt so hoch wie beim iPad Mini, das vor einem Jahr herauskam. Der Grund: Apple hat nicht wie üblich den flachen Netzstecker mit in die Kiste gepackt, sondern eine großes Ladegerät, wie es auch im Lieferumfang der großen 9,7-Zoll-iPads beiliegt. Das große Ladegerät hat mit 10 Watt mehr Power als der flache Stecker, der nur 5 Watt liefert. Das sollte sich in kürzeren Ladezeiten bemerkbar machen. 

iPad Mini Retina: Minimal dicker als der Vorgänger

Nachdem wir das iPad Mini von Karton und Folie befreien, legen wir das iPad Mini Retina und das iPad Mini nebeneinander. Dabei fällt auf: Das iPad Mini Retina ist 0,3 Millimeter dicker als sein Vorgänger, was man aber nur dann fühlt, wenn man beide Geräte unmittelbar nacheinander anfasst. Auch das um 20 Gramm höhere Gewicht fällt kaum auf, immerhin ist das Mini um 140 Gramm leichter als das iPad Air. Prima: Das Smartcover des Modells von 2012 passt nach wie vor auf das von 2013.

Und noch etwas ist anders: Das iPad Mini Retina hat im Vergleich zum iPad Mini 2012 zwei Mikrofone. Das eine ist wie üblich an der oberen Seite angebracht, doch ein paar Zentimeter weiter hinten ist noch eins. Das zweite Mikrofon soll bei Facetime-Anrufen Umgebungsgeräusche ausblenden. Dreht man mit dem neuen iPad Mini hingegen ein Video, wird das zweite Mikro aktiviert. 

Die Facetime-Kamera hat außerdem größere Pixel erhalten. Das soll sie lichtempfindlicher machen. Bei schlechten Lichtverhältnissen kann man seinen Facetime-Partner nun noch besser erkennen.

Links die Facetime-Kamera des iPad Mini 2012, rechts die Kamera des neuen iPad Mini Retina: Bei schlechten Lichtverhältnissen kann man deutlich mehr erkennen.
Vergrößern Links die Facetime-Kamera des iPad Mini 2012, rechts die Kamera des neuen iPad Mini Retina: Bei schlechten Lichtverhältnissen kann man deutlich mehr erkennen.

Prozessor fast so schnell wie iPad Air, im Wlan ungeschlagen

Im iPad Mini Retina ist zwar ebenfalls ein A7-Prozessor verbaut, allerdings mit einer anderen Taktrate: Im iPad Mini arbeitet der Chip mit 1,27 GHz, im iPad Air mit 1,39 GHz. Die geringere Taktrate soll vermutlich die Batterie schonen, die aus geometrischen Gründen kleiner ist als die im iPad Air. Im Test zeigt sich das neue iPad Mini als annähernd so schnell wie das iPad Air - was aufgrund des gleichen 64-Bit-Prozessors A7 durchaus zu erwarten war. Gegenüber dem Vorgängermodell erzielte es den fünffachen Wert im Geekbench-Test, bei Web-Tests zeigt sich eine dreifach höhere Geschwindigkeit.

Bei unserem WLAN-Test, in dem wir die Datenübertragungsrate messen, erlebten wir eine Überraschung: Das iPad Mini erreicht unter optimalen Bedingungen (1 Meter Abstand zum Router) die höchsten Surfgeschwindigkeiten im WLAN-Netz und ist sogar noch etwas schneller als das iPad Air. Schon beim iPad Air merkt man deutlich, dass sich Internetseiten viel schneller aufbauen als beim iPad 2, 3 oder 4. Wer das iPad oft zum Fernsehen verwendet, wird eine spürbare Verbesserung erleben: Bei den Vorgängermodellen ist das Bild oft schneller als der Ton, auch wenn man eine Sendung nicht live, sondern über eine Mediathek-App schaut. Beim iPad Air und iPad Mini sind keine Ruckler und keine Aussetzer mehr zu hören oder zu sehen.

Die höhere Gechwindigkeit im WLAN-Netz ist auf die MIMO-Antennen zurückzuführen, die im Displayrahmen vebaut sind. Die älteren Modelle verwenden lediglich eine Antenne im Gerät für Datenübertragung. Bei MIMO arbeiten mehrere Antennen parallel nebeneinander und können Daten dadurch noch schneller und effizienter verarbeiten.

Auch im LTE-Netz sind hohe Datenübertragungsraten möglich: Rund einen Kilometer von der LTE-Antenne entfernt haben wir Geschwindigkeiten von 33,2 MBit/s gemessen. Zum Vergleich: das iPad Mini 2012 schaffte im WLAN gerade mal 27,7 MBit/s.

Farbraum: Trotz Retina wie Vorgängermodell

Das neue Display mit 326 Pixeln pro Zoll Auflösung beindruckt. Insbesondere das Lesen von Büchern und Magazinen macht jetzt auch auf dem iPad Mini Spaß. Auf dem iPad Mini Retina sind genau so viele Pixel untergebracht wie auf dem iPad Air, letzteres bietet also lediglich etwas größere Bilder und Schriften, aber genauso gestochen scharf.

In der Praxis erkennt man zwischen dem iPad Air und dem iPad Mini keinen Unterschied bei der Farbdarstellung, doch unsere Messergebnisse liefern ein anderes Bild: Der Farbraum des iPad Mini Retina - also die Anzahl der unterschiedbaren Farben, die auf dem Display dargestellt werden können - ist etwa genauso groß wie beim Vorgänger-iPad-Mini ohne Retina-Display. Hier hat sich also nichts wesentlich verbessert. Das iPad Air wie auch das iPhone 5S bieten hingegen einen deutlich größeren Farbraum.

Im Vergleich zum iPad Air fällt der Farbraum des iPad Mini Retina deutlich geringer aus
Vergrößern Im Vergleich zum iPad Air fällt der Farbraum des iPad Mini Retina deutlich geringer aus

Die Helligkeitsverteilung des Displays ist in Ordnung. Hier messen wir eine Standardabweichung von 13 cd/qm. Mit bloßem Auge würde man die Unterschiede erst ab einem Wert von etwa 20 cd/qm sehen. Dann könnte man zum Beispiel erkennen, dass die Darstellung in Richtung Displayrand etwas dunkler wird.

Die Ergebnisse der Weiß-Schwarz-Weiß-Messung sind in Ordnung.
Vergrößern Die Ergebnisse der Weiß-Schwarz-Weiß-Messung sind in Ordnung.

Der Kontrast liegt bei gemessenen 851:1. Ein guter, wenn auch nicht überragender Wert. Bei der Reaktionszeit (Weiß-Schwarz-Weiß) ermittelten wir ebenfalls gute Werte. Flackern oder verwischte Grafik während eines Videos oder Spiels wird man in der Praxis kaum wahrnehmen.  

Weitere Testergebnisse finden Sie unter @MacweltTestLab auf Twitter.

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