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Erste Ergebnisse für den Mac Pro bei Geekbench

20.06.2013 | 11:34 Uhr |

Bei Geekbench sind erste Benchmarks des kommenden Mac Pro aufgetaucht. Die Ergebnisse sind jedoch fragwürdig und wenig aussagekräftig.

Geekbench hat die ersten Benchmarks des neuen Mac Pro – und die enttäuschen auf den ersten Blick. Aber nur auf den ersten Blick. Das mit der Software von Primatelabs getestete Vorserienmodell trat in einer Version mit 64 GB Arbeitsspeicher und einem 12-Kern-Prozessor an, dem Intel Xeon E5-2697. Installiert war auf der Maschine eine Entwicklerversion von OS X Mavericks mit der Buildnummer 13A2054. Insgesamt kommt der neue Mac Pro im Geekbench auf 23901 Punkte, der bisherige Modell wartet mit 21960 Punkten auf. Den Testern ist jedoch bei Ihrer Messung ein entscheidender Fehler unterlaufen: Sie haben für den Benchmark die kostenlose Testversion von Geekbench benutzt. Und die versteht sich nur auf 32-Bit-Systeme.

John Poole, Gründer von Primatelabs, wundert sich im Geekbench-Blog auch darüber, dass der neue Mac Pro nicht weit höhere Werte erzielte, in den 30.000ern etwa. Das könnte die Maschine aber womöglich erzielen, verwendete sie die korrekte Software. Denn bei unserer Stichprobe auf der Geekbench-Website mit einem Macbook Pro Retina aus dem Jahr 2013, das mit einem Core i5-3230 M mit 2,60 GHz ausgestattet ist, kommt ein Nutzer mit einer 64-Bit-Version des Geekbench-Clients auf 7597 Punkte . Das gleiche Gerät erzielt mit der 32-Bit-Tryout-Version aber nur noch 5463 Punkte – die Messungen zum neuen Mac Pro sind also mit äußerster Vorsicht zu genießen und wenig aussagekräftig.

Genauso übrigens wie die Erklärungsversuche Pooles: Das Vorserienmodell könne kaum die geplante Leistung der fertigen Maschine erreichen, Apple tariere wohl noch die Hardware mit Firmware und Software aus. Nicht zuletzt könnte die neu gestaltete Wärmeabfuhr noch nicht zuverlässig genug funktionieren, so dass der Prozessor im Bench seine Leistung drosselte. Auch sei der verwendete 12-Kern-Prozessor mit 2,7 GHz Taktrate nicht der Weisheit letzter Schluss, würde Apple zwei Sechskernprozessoren einsetzen, könnten die insgesamt 12 Kerne mit Taktraten von bis zu 3,5 GHz arbeiten.

Apples Versprechen, der neue Mac Pro würde "doppelt so schnell" Fließkommaoperationen abarbeiten, hält Poole für nur schwer realisierbar. Zwar könne der  Xeon der Baureihe Ivy Bridge zwar doppelt so viele Daten in der gleichen Zeit verarbeiten wie der Westmere-Chip des Mac Pro von 2012, es gebe aber kaum Software, die von den speziellen Instruktionen, welche der Xeon-Chip anbiete, profitieren könne.

Natürlich kann es sein, dass Apple in Sachen Leistung noch nicht das Optimum aus der komplett überarbeiteten Architektur herausholen kann. Aber aufgrund einer Messung an einem Vorserienmodell Schlüsse auf das fertige Produkt zu ziehen, die dann auch noch auf fragwürdigen Annahmen basieren, wirkt wenig seriös.

Doch nicht nur die eigentlichen Testergebnisse sind anzuzweifeln. Fraglich ist auch, ob die Geekbench-Software ihrerseits in der Lage ist, von den Verbesserungen bei den Fließkommaoperationen zu profitieren. Woher die Daten kommen, ist ebenfalls ungewiss. Jeder Geekbench-Nutzer kann seine Ergebnisse mit der Allgemeinheit teilen, doch wie viele von Mac-Pro-Vorserienmodellen das Firmengelände Apples schon verlassen haben und die Hände von Entwicklern geraten sind, ist nicht bekannt. Von Apple selbst dürften die Ergebnisse kaum stammen. Für wirklich aussagekräftige Ergebnisse wird man wohl noch etwas warten müssen.

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