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Erste Schritte

14.12.2004 | 12:17 Uhr |

Die Arbeit mit Panther fordert etwas Umstellung von Mac-OS-9-Anwendern. Einige Funktionen fehlen, andere sind an ungewohnter Stelle zu finden und viele neue kommen hinzu.

Schaltzentrale: Der Panther-Desktop bietet viel Neues, wie zum Beispiel die konfigurierbaren Symbol- und Seitenleisten der Fenster, die häufig benötigte Objekte ständig in Reichweite halten
Vergrößern Schaltzentrale: Der Panther-Desktop bietet viel Neues, wie zum Beispiel die konfigurierbaren Symbol- und Seitenleisten der Fenster, die häufig benötigte Objekte ständig in Reichweite halten
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von Matthias Zehden

BEIM UMSTIEG VON MAC-OS 9 auf Mac- OS X kommt einem die Aqua-Oberfläche auf den ersten Blick eher fremd vor. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, denn es gibt noch viele Gemeinsamkeiten mit dem alten Finder, die die Einarbeitung erleichtern. Neben der Optik und einigen neuen Tastaturkürzeln empfinden Umsteiger meist die strikt vorgegebene Ordnerstruktur als einschränkend. Sie ist eine direkte Folge davon, dass Mac-OS X ein echtes Mehrbenutzersystem mit entsprechend ausgereifter Zugriffskontrolle ist. Man kann die Zwangsordnung natürlich auch umgehen, aber wer sich einmal darauf einlässt, wird schnell merken, dass sie die Arbeit unter Mac-OS X sehr effektiv unterstützt.

Auf den Anblick der Laufwerk-Icons muss man auch in Panther nicht verzichten, obwohl diese - zumindest im Fall des Startlaufwerks - kaum noch sinnvoll sind. Bei einem Doppelklick auf dessen Icon gelangt man nämlich in das Wurzelverzeichnis des Systems, sozusagen den Anfang des Dateibaums, von dem alle weiteren Verzeichnisse abzweigen. Dieser Ort ist für die Installation wichtiger als für die tägliche Arbeit. Die Laufwerkssymbole kann man aus diesem Grund auch über die Finder-Einstellungen ganz vom Schreib tisch verbannen. Die Installation von Mac-OS X baut auf die vier Ordner "Benutzer", "Library", "Programme" und "System" im Wurzelverzeichnis auf.

Benutzer

Ausgangsbasis: Jeder Anwender erhält unter Mac-OS X sein Privatverzeichnis für persönliche Dokumente aller Art. Nur der öffentliche Ordner ist für andere einzusehen.
Vergrößern Ausgangsbasis: Jeder Anwender erhält unter Mac-OS X sein Privatverzeichnis für persönliche Dokumente aller Art. Nur der öffentliche Ordner ist für andere einzusehen.
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In diesem Verzeichnis erhält jeder Benutzer einen eigenen Ordner, in dem das System seine Daten sammelt. Dieser trägt den Namen des jeweiligen Benutzers und wird von Apple "Privat" genannt, abgeleitet von dem Unix-typischen Verzeichnis "Home". Der Privatordner ist die zentrale Anlaufstelle für jeden Anwender, weshalb neue Finder-Fenster auch standardmäßig dessen Inhalt zeigen. Im Prinzip kann jeder Benutzer in seinem Verzeichnis wüten, wie er will, aber Apple hat diverse Unterordner definiert, die den voreingestellten Zugriffspfaden der mitgelieferten Applikationen entsprechen. iTunes legt seine Dokumente zum Beispiel im Musik-Ordner ab und iPhoto, iMovie oder der Apache-Webserver versuchen erst mal auf die Verzeichnisse "Bilder", "Filme" und "Web-Sites" zuzugreifen. Der Rest kommt in "Dokumente". Die drei verbleibenden Verzeichnisse erfüllen spezielle Aufgaben.

Finetuning: Über die Findereinstellungen lässt sich festlegen, welche Volumes auf dem Schreibtisch erscheinen und was in der Seitenleiste angezeigt wird.
Vergrößern Finetuning: Über die Findereinstellungen lässt sich festlegen, welche Volumes auf dem Schreibtisch erscheinen und was in der Seitenleiste angezeigt wird.
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Der "Library"-Ordner ist der kleine Bruder des gleichnamigen Ordners im Wurzelverzeichnis (siehe unten), nur dass hier eben benutzerspezifische Daten abgelegt werden, auf die kein anderer User Zugriff hat. Das können zum Beispiel eigene Schriften, Voreinstellungen von Programmen, Bildschirmschonermodule und vieles mehr sein. Was Sie in "Öffentlich" legen, können alle Benutzer des Rechners lesen, bei aktiviertem File Sharing auch die im Netzwerk. Schreibrechte haben andere dagegen nur für den darin befindlichen Ordner "Briefkasten". Bleibt zu guter Letzt nur noch der wohl selbst erklärende "Schreibtisch". Hier landet alles, was Sie auf den Schreibtisch werfen. Im Gegensatz zu Mac-OS 9 hat also jeder Benutzer seinen eigenen Ordner hierfür, so dass sich niemand mehr mit dem Müll der Kollegen herumärgern muss. Programme, Library, System In "Programme" liegen die mit Mac-OS X installierten Applikationen. Die vielen praktischen Dienstprogramme befinden sich im gleichnamigen Unterordner. Es empfiehlt sich, die wichtigsten Anwendungen ins Dock zu packen, um den Umweg über den Programmordner zu sparen. In "Library" liegen diverse Ergänzungen zum Betriebssystem und den installierten Programmen.

Fensterinhalt: Apple hat die Darstellungsoptionen für Fenster in der Icon- und Listendarstellung (von links) erweitert.
Vergrößern Fensterinhalt: Apple hat die Darstellungsoptionen für Fenster in der Icon- und Listendarstellung (von links) erweitert.
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Dabei handelt es sich um Konfigurationsdateien, Startobjekte oder zusätzliche Komponenten wie Fonts, Druckertreiber, Hilfedateien und Bibliotheken, um nur einige Beispiele zu nennen. Der "Library"-Ordner auf der untersten Verzeichnisebene gilt global, alle User können darauf zugreifen. Darin liegt der Unterschied zu den privaten Ordnern der Benutzer. Nun fehlt noch das System selbst mit seinen Komponenten, Gerätetreibern und vielem mehr. Im Interesse der Stabilität gilt hier: Finger weg! Deshalb hat Apple außer einem weiteren "Library"-Ordner den größten Teil des Systems unsichtbar gemacht. Das gilt auch für den Mach-Kernel und die üblichen Unix-Ordner wie "bin", "etc", "usr" und wie sie alle heißen.

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