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Erster Blick auf Director 8.5

26.04.2001 | 00:00 Uhr |

Die Beta-Version des Multimedia-Programms unterstützt weitere Importformate, neue Internet-Funktionen und vor allem die interaktive Verwendung von 3D-Animationen. Damit soll die Software das Internet noch unterhaltsamer machen

Mit Director 8.5 Shockwave Studio liefert Macromedia ein Komplettpaket. Außer den Programmen Director und Fireworks 4 enthält es Shockwave Multiuser Server 3. Die Light-Version des Soundeditors Peak ersetzt Sound Edit 16.
Zudem beinhaltet die neue Version eine Internet-3D-Grafiksoftware von Intel, über die man interaktive, frei dreh- und skalierbare Welten in Web-Präsentationen einfügen kann. Mit dem Shockwave Player, der ebenfalls von Macromedia entwickelt wurde, spielen Web-Browser auch Filme ab. Da sich der Player kostenlos von der Web-Seite des Herstellers laden lässt, ist er inzwischen auf den meisten Rechnern installiert. Da alle neuen Browser ein Shockwave-Plug-in standardmäßig integriert haben, hat der Player gute Chancen, sich als führende Playback-Technologie für 3D-Inhalte im Internet durchzusetzen.
Neu in Director Shockwave Studio 8.5 sind darüber hinaus die Web-Formate Real Video und Real Audio. Die neue Funktion Multiuser Server 3 unterstützt UDP (User Datagram Protocol), ein Übertragungsprotokoll, das man beispielsweise bei Internet-Spielen in Echtzeit einsetzt.

Interaktive 3D-Animation

Dreidimensionale Grafiken verbessern die Qualität von Online-Spielen, Shops und Präsentationen. Macromedia und Intel entwickeln die 3D-Funktionen und -Formate zusammen mit über 40 Firmen, so dass die meisten Anwender ihre bislang verwendete 3D-Software weiterhin einsetzen können. Damit man 3D-Szenen in Director importieren kann, müssen die Daten im Format OBJ oder in Directors neuem W3D-Format vorliegen.
Weil die Internet-3D-Grafiksoftware alle internen Informationen dreidimensio-
naler Objekte erkennt, zeigt das 3D-Shockwave-Fenster die Namen sämtlicher Objekte, die eine Datei enthält. Dort lassen sich die Grundeinstellungen einer Szene wie die Kamerastellung oder die Position einzelner Objekte verändern, was zu einer anderen Startansicht führt. Auch die Beleuchtung kann man in diesem Fenster beeinflussen.
Der eigentliche Arbeitsbereich von Director ist die Bühne, hier entstehen die Animationen. Setzt man eine 3D-Animation als so genannten Sprite auf der Bühne ein, lässt sich die gewünschte Animation aus der Director-Bibliothek hinzufügen. Dazu hat Macromedia die Bibliothek um die Optionen 3D-Actions" und 3D-Triggers" erweitert. Unter 3D-Actions" wählt man die Art des Objekts aus, das bearbeitet werden soll, sowie die Bearbeitungsfunktion. Hierbei kann man die einzelnen Objekte und die Kamera bewegen oder drehen und um einfache 3D-Objekte wie Quader oder Kugeln ergänzen. Die Trigger-Option legt den Auslöser fest, auf den das Objekt reagieren soll. Später im Browser startet die Animation auf einen Mausklick, wenn man mit dem Cursor über ein Objekt fährt oder eine Taste drückt. So rotiert man ein Objekt beispielsweise mit gedrückter Maustaste um alle Achsen oder zoomt die Ansicht mit der Pfeil-nach-oben- und Pfeil-nach-unten-Taste heran oder weg. Alle beschriebenen Aktionen wendet man per Drag-and-drop auf den Sprite an, ohne Programmierkenntnisse dafür zu benötigen. Jede Änderung öffnet ein Dialogfenster, in dem man die genauen Einstellungen für diese Aktion vornimmt. Außerdem unterstützt Shockwave 3D die interaktive Kontrolle komplexer Character-basierter Animationen. Mit Hilfe so genannter Bones" gibt man einer Figur im 3D-Programm natürliche Bewegungsabläufe oder Verformungen, auf die Director zurückgreift. So kann der Endanwender ein Objekt interaktiv deformieren.
Die Funktion Motion Blending" berechnet fließende Übergänge zwischen unterschiedlichen Bewegungen. Auf diese Weise errechnet sie beispielsweise einen weichen Übergang, wenn sich ein Objekt erst langsam und dann schneller bewegt oder plötzlich rückwärts statt vorwärts läuft. Director bietet nicht nur realistische Rendering-Effekte, sondern auch nicht fotorealistische Rendering-Effekte (non-photorealistic shading effects), die Animationen wie gezeichnete oder gedruckte Cartoons aussehen lassen.
Die Bibliothek wartet aber auch mit spektakulären Partikeleffekten auf, die beispielsweise Rauch, Feuer, Wasser oder Regen simulieren. Angefangen vom Ändern der Farben und der Reflektionseigenschaften bis hin zur Verwendung importierter Bilder als neues Mapping für ein 3D-Objekt gibt es viele Manipulationsmöglichkeiten für Texturen. Zudem lassen sich ganze Serien von Bildern auf ein Objekt anwenden, beispielsweise um einem leeren Fernsehbildschirm Leben einzuhauchen. Im Test funktionieren die Partikeleffekte allerdings nicht, was daran liegt, dass Director 8.5 noch nicht mit allen Grafikkartentreibern reibungslos zusammenarbeitet.

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