Von Andreas Zerr - 20.04.2007, 12:17

Erster Blick auf Final Cut Studio 2

Der heiße Frühling dieses Jahres bringt nicht nur die ersten Sonnenanbeter sondern auch Apples Konkurrenz in Sachen Videosoftware ins Schwitzen: Das auf der Fachmesse NAB vorgestellte Final Cut Studio 2 ist zwar keine Bahn brechende Revolution; die vielen Neuerungen des Software-Paketes jedoch haben es in sich.
Die ersten Reaktionen auf die Ankündigung von Final Cut Studio 2 waren verhalten wenn nicht sogar enttäuscht. Nach zwei (beinahe) Update freien Jahren hatte man sich mehr versprochen, zum Beispiel eine vollständige Integration des mittlerweile als Freeware erhältlichen Compositing-Programms Shake, oder eine All-in-One Schnitt-Effekte-Audio-DVD-Applikation, umso mehr, da Adobe zum Gegenangriff auf den Video-Mac-Markt rüstet. Doch es blieb während der NAB-Messeankündigung bei ein paar neuen Funktionen, einem neuen Farbkorrektur-Werkzeug und sonst... nichts. Selbst an der Bedienoberfläche von Final Cut Pro oder Motion hat Apple kaum etwas geändert.

Neues unter der Haube

Doch halt! Man tut Apple unrecht, wenn man seiner Enttäuschung allzu laut Luft macht, denn viele der neuen Funktionen haben es wirklich in sich, zum Beispiel die Open Format Timeline. Sie erlaubt das Schneiden unterschiedlicher Videoformate in nur einer Timeline. Was vor nur wenigen Jahren nur mit unglaublich teurer Zusatzhardware möglich war (was ist eigentlich aus Media 100 Blue geworden?!?), lässt sich nun in Final Cut Pro 6 auf jedem halbwegs aktuellen Mac durchführen. Musste man in Version 5 noch umständlich umkonvertieren oder gar rendern, so lassen sich in der neuen Version von Final Cut Pro die Formate SD und HD, PAL und NTSC sowie alle anderen gängigen Formate von HDV bis XDCAM problemlos mischen und ohne großartige Berechnung in Echtzeit schneiden. Innerhalb eines Projekts erkennt Final Cut Pro sogar Größe und Format des aktuellen Clips und legt die neue Sequenz automatisch in den korrekten Einstellungen an; eine Funktion auf die manch Anwender seit nunmehr acht Jahren wartet (und was After Effects seit dem späten Mittelalter beherrscht).
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