Erster Blick auf Mac-OS X 10.7 Lion
Mac-OS X 10.7 Lion: So sieht der Mac im Jahr 2011 aus
Apple behält seinen Upgrade-Rhythmus bei, etwa alle zwei Jahre kommt ein neues Betriebssystem für den Mac. Im kommenden Sommer löst mit Mac-OS X 10.7 Lion die achte Fassung des auf Unix basierenden Systems das derzeit aktuelle Mac-OS X 10.6 Snow Leopard ab.
Im September 2000 gab Apple erstmals sein neues Mac-Betriebssystem Mac-OS X in der Form einer Public Beta (kostet 79 Mark...) in die Hände der Mac-Anwender. Vorausgegangen war eine jahrelange Suche nach der richtigen Betriebssystemstrategie - das klassische Mac-OS genügte nicht mehr den Ansprüchen. Fündig geworden war Apple schließlich bei einem alten Bekannten: Steve Jobs hatte 1985 Apple verlassen müssen und in der Zwischenzeit den Hersteller Next gegründet. Diesem war bei weitem nicht der Erfolg Apples beschieden, die Hardware musste Next schon bald aufgeben. Doch das für die Next-Computer aus der Unix-Variante Free BSD entwickelte Betriebssystem Next Step sollte nach der Übernahe von Next durch Apple zur Jahreswende 1996/1997 die Basis für ein neues Betriebssystem werden, das wir heute als Mac-OS X kennen.
Mac-OS X 10.7 Lion
Lion kommt: Schon jetzt steht fest, dass das neue Mac-OS den Namen des "Königs der Tiere" trägt. Das Vorbild liegt zwar meistens faul in der Savanne rum und lässt seine Weibchen die Arbeit machen, doch von Mac-OS X 10.7 kann man zurecht weit mehr Dynamik erwarten.
Ein kleiner Ausflug in die Geschichte: alle Systeme aus der Katzenfamilie. Offiziell trug aber erst Mac-OS X 10.2 den Beinamen Jaguar, Cheetah und Puma waren noch inoffizielle Bezeichnungen für Mac-OS X 10.0 und 10.1.
Apples Ökoystem: Mac, iPad und iPhone. Mit "Back to the Mac" meinte Apple auch Folgendes: Das Betriebssystem für das iPhone hatte seine Wurzeln in Mac-OS X, einige der Innovationen des iOS machen nun ihren Weg zurück auf den Mac.
Vorbereitung auf Mac-OS X 10.7 Lion: X meets iOS. Mehrere iOS-Funktionen werden in das System integriert.
Der Mac App Store soll schon in 90 Tagen auch für Mac-OS X 10.6 Snow Leopard bereit stehen. Nicht wenige Experten meinen, der Mac App Store werde die Softwaredistribution zum Schaden des Handels komplett umkehren.
Apps werden, genauso wie auf dem iPad, mit einem Klick installiert, Updates bietet der Mac App Store automatisch an. Vorteil für die Entwickler: Sie müssen sich nicht mehr selbst um den Vertrieb und Inkasso kümmern. Nachteil: Apple bestimmt, was in den App Store darf. Große Hersteller wie Adobe und Microsoft werden ihre Software mit Sicherheit noch lange außerhalb des Mac App Store anbieten. Im Gegensatz zu iOS geht das auch.
Die Apps sind für alle Macs im Haushalt lizensiert.
Noch ein Schritt richtung iOS: Blaue Scrollbalken verschwinden bald, stattdessen kommen die Bedienelemente in grau. Dabei war doch die Aqua-Oberfläche seinerzeit beim ersten Blick auf das kommende Mac-Betriebssystem der ganze Stolz des Präsentators Steve Jobs: "You wanna lick it!"
Die Ansicht ist auf iPad und iPhone schon bekannt, auf den Mac kommt sie erst: alle Apps auf einen Blick im Launch Pad. Von Home-Screen zu Home-Screen führen Wischbewegungen auf Magic Mouse oder Magic trackpad. Dereinst auch auf einem iMac Touch?
Launch Pad bietet auch Ordner als Organisationshilfe - wie von iOS 4 bekannt. iOS 4.2 für das iPad soll im November kommen.
Für besonders Unaufmerksame hat Apple eine Hilfe eingebaucht: Vollbildansicht für Apps. Jetzt lenkt wirklich nichts mehr von der Arbeit ab. Den Trend nimmt Apple bereits in iPhoto vorweg.
Mission Control ist ein Hybrid aus Exposé und Spaces. Nur aufpassen, dass der Mac nicht ins Weltall abhebt, sonst heißt es: "Cupertino, we have a problem..."
Auf die Public Beta folgte im März 2001 die finale Version Mac-OS X 10.0 Cheetah, schon im September darauf brachte Apple mit Mac-OS X 10.1 Puma eine Version, die vor allen Dingen Kinderkrankheiten beseitigte und den Mac beschleunigte. Mit Mac-OS X 10.2 Jaguar kamen im Sommer 2002 erstmals zahlreiche neue Funktionen, auch 10.3 Panther (Oktober 2003) und 10.4 Tiger (April 2005) glänzten mit Neuerungen. Die meisten Änderungen erfuhr das Mac-Betriebssystem jedoch mit 10.5 Leopard, für das Apple seinen Upgrade-Zyklus bereits deutlich verlängern musste, erst im Oktober 2007 stand das System in den Regalen. Zwei Jahre darauf folgte mit Mac-OS X 10.6 Snow Leopard ein System mit nur wenig sichtbaren Änderungen aber gewaltigen Verbesserungen im Unterbau.
Mac-OS X 10.7 Lion schließlich soll ab Sommer 2011 das beste aus der Welt des iPhone und des Mac zusammenführen, iOS kommt quasi "zurück auf den Mac". Besonders auffällig geschieht das bei der Verwaltung von Fenstern und Programmen: Wie auf iPad und iPhone platziert Mac-OS X Lion Apps auf einem Home-Screen, Apps lassen sich in Ordner zusammenfassen und die Home-Screens per Wischgesten durchblättern. Apps sollen Lion-Nutzer künftig vorwiegend über den Mac App Store beziehen, die Apps für Lion speichern wie ihre iOS-Pendants während der Arbeit automatisch, Updates stellt der Mac App Store sofort nach Veröffentlichung durch den Hersteller bereit. Ein App muss man auch nur noch einmal kaufen, um sie auf mehreren Rechnern zu installieren.
Denkbar, dass Apple über kurz oder lang iOS und Mac-OS X wieder so eng miteinander verknüpft, dass wesentliche Neuerungen beiden Geräteklassen zugute kommen. Ein iMac Touch schließlich, wie ihn Apple sich hat patentieren lassen, wäre auch auf Hardwareebene eine Verschmelzung von iPad und Mac. Noch bringt Apple jedes Jahr eine neue Betriebssystemversion für das iPhone, im Sommer 2011 wäre iOS 5 fällig. iOS 6 könnte aber durchaus länger auf sich warten lassen und zeitgleich mit Mac-OS X 10.8 erscheinen.
Was Apple am 20. Oktober zu Lion gezeigt hat, wird aber bei weitem nicht alles gewesen sein, was Mac-OS X Lion an Neuerungen bietet. Womöglich geht auch noch der ein oder andere Wunsch von Anwendern in Erfüllung, die von einem Finder mit Tabs, Verschlüsselung der gesamten Festplatte oder einzelner Ordner, sowie einem erweiterten Cloud-Angebot Apples träumen.





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